Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 12 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Und bald auf Schwell' und Pfosten ihres Kaufes Sieht endlich man das Blut, das köstliche, Das einzig retten kann vor Gottes Zorn, wie sicher rasten nun die bangen Sucher! Sie wissen sich geborgen unterm Blut Und können ruhig nun aufsteigen sehn Den Mond, der seine Silberstrahlen wirft Rings auf Egyptens stilles, weites Land. — Nicht lange bleibt's so still, bald gellt ein Schrei Herzbrechend durch die mitternächt'ge Luft, Noch einer und noch einer, bis sie alle Zu Einem großen Jammer sich verschmelzen. Denn in Egyptenland, in jedem Haus Liegt tot ein Sohn! — Und Israel? — Israel steht im Schirm des heil'gen Blutes. Auch unser Opferlamm geschlachtet ward, Das eine, makellose, erstgeborne Des ew'gen Vaters! Sieht der Vater auch Dies Blut auf mir? Ist's wahrlich denn gesprengt Auf Schwell' und Pfosten meines tiefsten Herzens? Das ist die Frage jedes neuen Tages. — © rast' und schlummre nicht, bis du gefunden Des Blutes Zeichen rettend über dir! Umsonst sucht keiner hier, ein jeder findet, Der kommt, die Seele damit zu besprengen. © Bruder, Schwester, bleib in Zweifel nicht Der Heiland starb für dich. Ist es dein Wunsch, Besprengt zu sein mit Seinem teuren Blut, Verschieb es nicht! © komm und kommend bete: „© Herr! Im Schutze dieses heiligen Blutes Möcht' gern ich stehen. © mein Vater, sieh Auf meine Schuld und Sünde nicht, sieh nur Auf dieses Zeichen, das so deutlich spricht, Daß meine Zuflucht ich dazu genommen! Ja, Herr, ich glaube, denn du sagst es mir, Daß ich gerettet bin durch dieses Blut, Und meine Seele darf in Frieden ruhn, In süßer Zuversicht, daß du nun schaust Nur lauf dies Blut, und daß ich sei geborgen. Und im Beginn nicht nur des Lebens möcht' ich Mich also bergen und die Ruhe finden: In dieser teuern Freistadt Tag für Tag Möcht' bleiben ich auf dieses Lebens Reife, Durch wilde Wogen und durch öde Wüsten. © Vater, Vater, gieb mich nicht dahin Ins Sünd'gen und ins Irren! Halte ynch In deiner Macht doch sicher bis ans Endel Wenn einstens dann, in dieses Blutes Schutz, Ich durch die Thore wall' der heil'gen Stadt, Die Thore, die da rein wie Perlenglanz: Dann schau zurück ich auf den ganzen Weg, Den ich gewandelt, und erkenn''die Wunder,