Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 10 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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denn in kurzer Zeit werden sie ihre Brüder werden. 10. Sie werden Strafe erleiden, wenn sie sich mit Juden oder Türken in Sachen der Religion verbinden. Gott allein will jenen den Weg in die andere Welt zeigen. 11. Me Maimeenim müssen sich äußerlich wie Türken gebühren, aber in ihren Herzen wie Juden denken. 12. Es ist vor Gott keine Sünde, einen „Dünmeh" zu töten, welcher diese Regeln und Verpflichtungen bricht, und es geheim zu halten. 13. Alle Maineenim müssen das türkische Gesetz befolgen, soweit es die Regierung betrifft. Sie müssen sich öffentlich als Türken halten, die Gesetze Muhammeds und den Koran lesen. Wer sie sollen vor keinen türkischen Gerichtshof gehen, sondern sich unter einander nach dem Gesetz Moses richten und zu diesem Zweck eigne Gerichtshöfe haben. Sie sollen den Türken unterthan sein, aber sich in keiner Weise mehr vor ihnen erniedrigen, als nötig ist. 14. Alle Maimeenim müssen sich jedes berauschenden Getränkes enthalten. 15. Sie müssen zwei Namen haben, einen türkischen für das öffentliche Leben, und einen jüdischen, an dem sie sich nur unter einander kennen. 16. Sie sollen die Namen der höheren Mächte zweimal täglich wiederholen. Unter ihren Gebräuchen ist einer sehr bemerkenswert. Er hängt mit der erwarteten Wiederkehr Sabbathai Zebis zusammen. Sie glauben, er werde vom Norden, von der Stadt Uskup in Bulgarien ankommen, und pflegten deshalb früher jeden Tag eine Deputation auszusenden, die auf dem nach dieser Stadt führenden Wege ihren Messias empfangen und bewillkommnen sollte. Neuerdings gehen täglich Abgesandte auf den. Bahnhof, um zu seinem Empfang bereit zu sein, falls er mit einem Zuge käme. Die übrigen Juden von Saloniki meinen, der Messias werde zur See kommen. Deshalb begeben sie sich am Versöhnungstage ans Meer, um ihn zu erwarten. Zugleich werfen sie ihre Sünden ins Wasser. Von 1847—1851 war Saloniki, in dessen Nähe sich der schneebedeckte Olymp erhebt, eine Station der Londoner Judenmissionsgesellschaft. Lord und Goldberg arbeiteten dort unter den 35 000 Juden und Dünmeh. Beim Beginn ihrer Wirksamkeit fanden die Missionare Eingang bei den Juden, ungeachtet ihrer Vorurteile, ihrer Unwissenheit und Whängigkeit von ihren Rabbinern. In weniger als drei Jahren wurden 3000 heilige Schriften in die Hände von Juden gelegt. Da erließen die Rabbiner, um das Werk zu hindern, einen Bannbefehl. Dennoch bezeugt der Bericht von 1851, daß das Werk in ermutigender Weise fortging. Das Wort Gottes wurde eifrig gekauft und durch das Lesen desselben eine sichtbare Veränderung herbeigeführt. Das Neue Testament wurde gern angenommen. Aber Krankheit schwächte die Missionare, und da die Ame-