Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 10 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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74 - seines christlichen Glaubens. Jesus ist dem ungarischen Rabbiner der Sohn, den Israel küssen soll, damit er nicht zürne und man ümkomme auf dem Wege; der Erbkönig, dem Israel zu huldigen hat; unser Friede, der durch sein Fleisch die Feindschaft weggenommen und uns den Zugang zum Vater in Einem Geist vermittelt hat (Eph. 2, 14. 18); die Jakobsleiter, die auf Erden aufgerichtet ist, deren Spitze den Himmel berührt, und auf welcher die Engel Gottes auf- und niedersteigen (1. Mose 28, 12). Er erzählt, daß seine Feinde nicht müde werden, ihm den Boden unter den Füßen zu untergraben. Aber er weiß, daß er auf einem unerschütterlichen Felsen steht. „Jehovah ist mein Beschützer, mein Schatten über meiner rechten Hand.. Isar (Jesus) ist mein Gesalbter, meine Fackel." Er grüßt seinen christlichen Freund „in Gott, in Seinem Gesalbten und in dem heiligen Geist." Möchten recht viele Rabbiner in die Fußtapfen ihres Amtsgenossen in Ungarn treten und es ihren Gemeinden laut bezeugen, daß in keinem anderen als in dem Mann von Nazareth Heil, Heilung und Heiligung zu finden ist, daß es nur Eine, wahrhaft genügende Reform des Judentums giebt: die Annahme dessen, der vor 1800 Jahren von seinem Volk verworfen, der aber in diesem selben Zeitraum von Gott tausendfach als Messias erwiesen und beglaubigt worden ist! Jenen mutigen Bekenner aber führe der Geist von oben von einer Klarheit zur andern und lasse ihn immer mehr zunehmen an demütigem Gehorsam gegen und an aufrichtiger Unterwerfung unter das Gesetz des neuen Bundes! Ein Drief aus Jerusalem. Talitha Kumi bei Jerusalem, den 26. Juni 1888. Wir Haben hier jetzt schlimme Zeit: große Hitze, viel Krankheit, Masern, Pocken, Rose und Typhus, und dazu war der Winter so wasserarm. Wir hatten wenig Regen. Es wurde viel um Regen gebetet von Christen, Juden und Muhammedanern, aber der Himmel schien ehern. Endlich, endlich, nachdem die eigentliche Regenzeit schon vorüber war, hatten wir noch zweimal ganz herrliche Güsse, doch nicht das genügende Quantum, und jetzt schon ist das Wasser sehr teuer. Gebaut darf nichts werden, und ich denke, dieses Verbot ist weise, damit nicht der geringe Wasservorrat in dieser Weise verbraucht werde. Wir müssen auch sehr sparen: Die großen Kinderschlafsäle, unsere Schwestern-Schlafstuben, die Schulklassen werden, statt sonst allwöchentlich, nur alle drei Wochen geschrubbt. Alles schmutzige Wasser in der Wasch- und Kochküche, sowie das tägliche Waschwasser wird sorgfältig aufgehoben für den Garten