Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 10 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Gmeth oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: 323. Becker. Nr. 10. 1888. 44. Jahrgang. Inhalt: Neues über Rabbiner Lichtenstein. — Ein Brief aus Jerusalem. — Muhammedanische Juden. — Das wiedergefundene Paradies. — Der Talmud und die Farben. — Kleine jüd. Chronik. — Empfangsbescheinigung. Neues über Kabbiner Lichtenstein. Trotz seiner in mehreren Schriften niedergelegten christlichen Überzeugung (vergl. „Dibre Emeth" 1887, Nr. 3) steht der ungarische Bezirksräbbiner Lichtenstein immer noch im Amt. Man ersieht hieraus einerseits, daß die Anhänglichkeit seiner Gemeinde in Täpio- Szele größer und stärker ist, als der Haß seiner Gegner, andererseits aber auch, daß Lichtenstein den Befehlen des in Jesu erschienenen Messias noch nicht unbedingten Gehorsam leistet. Im Januar ds. Js. hatte er eine Zusammenkunft mit dem schottischen Prediger vr. Sommerville, welcher ihm erklärte, daß das Bekenntnis zu . .. Jesu nach dessen eigener Vorschrift von dem Bekennenden durch Annahme der Taufe besiegelt werden müsse. Aber der Rabbiner, dessen Sohn im vorigen Jahr mit dem Namen Jesu auf den Lippen gestorben ist, und der selbst so zu sterben wünscht, zeigte sich in diesem Stück eigensinnig. Wie er sagte, hofft er ungetauft sein Volk eher zum Christentum führen zu können, als nach Empfang des Sakraments. In einem Brief vom 11. Mai, in welchem er der Begegnung mit Sommerville gedenkt, schreibt er: „Man kann die Wurzel nicht auf die Zweige pfropfen. Das Judentum soll durch das Christentum nicht aufgelöst werden, noch in demselben untergehen, sondern es soll sich erneuern und dort ein neues Leben in der Auferstehung Jesu Christi schöpfen." Er verweist auf Jesaia 66, 22. Aber geben solche wahren Sätze ihm das Recht, sich der Ordnung der Taufe zu entziehen? Auch Pastor Moody in Budapest legte ihm die Frage aus Ap.-Gesch. 22, 16 vor und erhielt dann eine ähnliche Antwort. Abgesehen hiervon ist das Schreiben Lichtensteins an Moody ein schöner Ausdruck