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Dibre Emeth · 1888-01-01 · 7 (1888) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
44 (1888)
Issue
7 (1888)
Date
1888-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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wurden von ihm, seinem Vorläufer und seinen Mithelfern gerne angenommen. Seine Anhänger bereiteten den Krieg vor, und zwölf Fürsten oder Generäle wurden ernannt, die das Heer Israels in dem Kriege mit de« Heiden (den Türken) führen sollten. Da ließ die türkische Regierung angesichts der drohenden Lage den Prätendenten und einige seiner vornehmsten Anhänger nach Konstantinopel bringen, wo sich der Sultan selbst mit ihnen unterredete. Zu jedermanns, auch des Sultans, Erstaunen entschloß sich Zebi, den Islam anzunehmen, um dadurch sein Leben zu retten. Seinen Anhängern sagte man, daß der wahre Messias verpflichtet sei, sich unter die Übelthäter rechnen zu lassen. Und ihre Verblendung war so groß, daß sie sich nicht nur mit diesem Vorwand zufrieden gaben» sondern beschlossen, selbst ihrem Anführer zu folgen, gleich ihm unter die Übelthäter gezählt zu werden und den Islam anzunehmen. Ihre Nachkommen, welche die Türken „Düumeh" nennen, sind fast ganz auf Saloniki beschränkt, wo sie mehrere Tausend zählen. Nur wenige Spuren von ihnen sind in anderen Teilen des ottomanischen Reiches zu finden. Die übrigen zerstreuten sich in die angrenzenden christlichen Länder (Polen und Ungarn) und wurden bald wieder gesetzestreue Juden. Sie verschmolzen sich mit der Sekte der Chassidim, die jetzt die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung jener Länder bilden. Die Dünmeh von Saloniki haben seitdem eine doppelte Art von Dasein geführt. Äußerlich sind sie Muhammedaner, im Geheimen aber Juden, obgleich sie sehr wenige der mosaischen oder rabbinischen Vorschriften beobachten. Es ist schwer, den eigentlichen Inhalt ihrer Lehren und Vorschriften festzustellen. Da sie frühzeitig zur Verstellung erzogen werden — besonders in bezug auf Religion — so wird ihnen Unlauterkeit zur zweiten Natur und beinahe zu einer verdienstlichen Pflicht. Wir wollen versuchen, ihre besonderen Grundsätze zu schildern. (Schluß folgt.) Gottesdienste für Christen und Israeliten: an jedem Sonntag nachmittag von 4 bis 5 Uhr im Brüdersaal zu Breslau (Borwerkstraße Nr. 28). Dies Blatt erscheint zweimonatlich in zwei halben Bogen. — Preis des Jahrgangs: 60 Pfennig. — Bestellungen nimmt an der Herausgeber: Pastor Becker in Breslau, Brüderstraße 3k, II. — In Kommission' Carl Dülfer's Verlag in Breslau. Druck von Carl Dülfer, Breslau, Palmstraße Ü.

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