Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 7 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dwre Gmech oder Stimmen der Wakrkeit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 7. 1888. 44. Jahrgang. Inhalt: Der Trost des Gesetzes. — 1808—88. — Juden. — Gottesdienste. Muhammedanische Der Trost des Gesetzes. Im 119. Psalm (Vs. 92) hat einer das Bekenntnis abgelegt: „Wo dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend." Für diejenigen, welche gewohnt sind, das Evangelium und das Gesetz als unvereinbare Gegensätze aufzufassen, muß dieser Ausspruch sehr befremdlich sein. Gewiß würden manche mit Freuden einstimmen, wenn es hieße: „Wo das Evangelium nicht mein Trost gewesen wäre, so wäre ich vergangen in meinem Elend," — aber daß das Gesetz uns solchen Liebesdienst erweise, das durchschauen sie nicht. Und doch verhält es sich so; und wir wagen auf Grund der Schrift zu behaupten, daß keine Seele wahrhaftig des Evangeliums Jesu Christi und aller feiner Tröstungen teilhaftig geworden ist, wenn sie nicht in dieses Lob des Gesetzes einzustimmen vermag. Nach dem Ausspruch des heiligen Sängers sind wir der Meinung, daß diejenigen, welche den Trost des Gesetzes nicht kennen gelernt haben, wirklich in ihrem Elend untergehn. Versuchen wir, ob wir solches erklären und beweisen können! Es ist in der That ein merkwürdiger Ausspruch, wenn wir uns besinnen, was sonst vom Gesetze in der Schrift bezeugt wird. Der Apostel Paulus hat den Römern mit dem größten Nachdruck geschrieben, daß durch das Gesetz Erkenntnis der Sünde entstehe. Wie soll es uns nun zum Tröste gereichen? Das Gesetz redet mit uns als mit Götzendienern, Lästerern, Gottesverächtern, Feinden, Mördern, Ehebrechern, Dieben, Räubern und Lügnern; ja, es redet mit uns als mit Leuten, in denen Lust zu allem Bösen und Abneigung gegen alles Gute sich findet. Wie soll es uns denn zum Tröste gereichen? Wir wissen ja, daß wir alle Gebote Gottes