Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 3 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Mk. 19,89, für Traktate und Dibre Emeth Mk. 466,78 (für letztere allein Mk. 253,13). Jetzt hat dies Blatt eine Auflage von 1000 Exemplaren. In der Missionssonntagsschule, die am 18. Dezember mit 210 Kindern (darunter 2 jüdischen) Weihnachten feierte, fand allsonntäglich eine Verteilung von christlichen Blättern statt. Außer den bewährten älteren Traktaten wurden auch einige neuere (Tremellius, Ein Blick auf das heutige Jerusalem, Gebetbüchlein für Freunde Israels, Der einige Trost im Sterben) für Missionszwecke verwendet. Der Briefwechsel des Agenten war ziemlich ausgedehnt. Mehrfach galt es, solchen Israeliten, mit denen ein mündlicher Verkehr nicht möglich war, auf schriftlichem Wege die Wahrheiten des Christentums darzulegen. Die Gesamtzahl der Judentaufen erreichte im letzten Jahr in Breslau die Höhe von 30. Von diesen 30 Israeliten wurden 2 durch den Missionar der L. Ggetauft. Der erste der beiden Täuflinge war ein aus Mähren stammender, zur Zeit in Russisch-Polen in guten Verhältnissen lebender Fabrikaufseher, der früher schon seine Hinneigung zum Christentum dadurch bezeugt hatte, daß er seine Kinder taufen ließ. Vielleicht wird seine noch nicht getaufte Gattin ihm in einigen Monaten Nachfolgen. Der zweite Täufling ist in Bulgarien geboren. Er wohnte längere Zeit in Kischinew, wo er von Rabinowitsch hörte. Im Sommer 1885 lernte ihn der Missionar in einer oberschlesischen Stadt kennen und blieb auch mit ihm in Verbindung, als er über Breslau nach Leipzig reiste. Dank den Bemühungen von Missionar Faber fand er eine lohnende Beschäftigung und regelmäßigen christlichen Unterricht. Als eine schwere Krankheit ihn heimsuchte, brachten ihn die Freunde im Dresdener Diakonissenhaus unter. Seine Gesundheit war noch nicht ganz wiederhergestellt, als er hier in Breslau die heil. Taufe empfing. Hoffentlich wird er sich in Liberias, wo er eine Stelle als Diener eines Missionars gefunden hat, recht erholen. Von den früheren Missionszöglingen leben einige noch in Breslau, andere sind über die ganze Erde zerstreut. Daß oft auch da, wo ein Missionar keinerlei Frucht seiner Wirksamkeit wahrnimmt, eine solche vorhanden ist, darf ja nicht bezweifelt werden. Besonders erfreulich ist es allerdings, wenn der Säemann auch ein wenig von der Ernte sehen darf. Ja, jede Thatsache, die ihm beweist, daß der Same echt und lebendig war, stimmt froh und ermutigt zu weiterer Arbeit. Solche Thatsachen waren im letzten Jahr z. B. eine von 10 Israeliten Unterzeichnete Zuschrift aus T. (Österr.-Schlesien), eine Wirkung der Verbreitung des „Offenen Briefes", und der Austritt eines jüdischen Studenten, der einer Missionspredigt beigewohnt hatte, aus dem Rabbinerseminar.