Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 44 (1888)
- Issue
- 2 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Divre Gmeth oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 2. 1888. 44. Jahrgang. Inhalt: Zwei Bekenner. — Weissagung und Erfüllung. — Freunde Israels in Frankreich. — Die Juden in Rußland. — Bücherbericht. Zwei DeKenner. 1. Am 24. August des letzten Jahres starb Jakob R., ein christgläubiger Israelit, im Hospital der Londoner Missionsgesellschaft zu Jerusalem, in welchem er seit dem 20. Mai gepflegt worden war. Der an der Auszehrung leidende 24jährige Jüngling hatte in dieser Zeit den Wahrheiten des Christentums eine gewisse Teilnahme cntgegengebracht, aber Jesum noch nicht als seinen Erlöser bekannt. Erst als sein Zustand sich verschlimmerte, kam der Glaube bei ihm recht zum Durchbruch. Am Tage seines Todes bat er den ihn besuchenden Arzt, ihm aus dem Neuen Testament etwas vom Messias vorzulesen. Gefragt, ob er glaube, daß Jesus der Messias sei und auch für seine Sünden den Tod erlitten habe, antwortete er mit einem Ja. Nach der Vorlesung von Jesaia 53 und Joh. 14 sagte er: „Ich kannte das alles schon früher, aber jetzt glaube ich, daß Jesus mein Messias ist." Sehr aufmerksam hörte er zu, als ihm weiter Joh. 11, 20 ff. vorgelesen wurde. Bei der Frage in Vers 26: „Glaubst du das?" erhob er sein Haupt und sagte mit klarer Stimme: „Ich glaube es, ohne zu zweifeln." Dann^verlangte er, man solle noch mehr vom Messias lesen und lauschte eifrig, als dies geschah. Ja, er trank die Worte gleichsam in sich hinein, wie der Arzt des Hospitals sich ausdrückt. Besonders erquickte ihn Joh. 17, 9 und 10. Auf seine Bitte las man ihm diese Verse nochmals vor. Dankbar war er auch für das Gebet, welches die an seinem Lager knieenden christlichen Freunde für ihn zum Gnadenthron emporsandten. Bald darauf entschlief er sanft. Durch Jesum Christum hatte er Frieden mit Gott gefunden. Die Juden weigerten sich, die Leiche zu be-