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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 12 (1887) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
12 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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95 gesandt. Außerdem erhielten der Berliner Jerusalemsverein 30 und das Syrische Waisenhaus in Jerusalem 19 Mk. Bei dem am 19. Juni d. I. gefeierten Missionsfest vertrat Prediger Hefter aus Frankfurt a. M. die Arbeit der christlichen Liebe an Israel. Der für die Förderung der Missionssache in Lübeck unermüdlich thätige reformierte Pastor Deiß hielt den Jahresbericht, aus welchem wir an einer andern Stelle dieses Blattes einen Auszug geben. — Im 17. und 18. Jahrhundert haben sich mehrere holländische Synoden mit der Judenmission befaßt. Daß im Lande der Bataver noch immer Teilnahme an dem Los Israels vorhanden ist, beweisen u. a. die Verhandlungen der vom 28. bis zum 30. Juni d. I. zu Rotterdam abgehaltenen Versammlung der freien reformierten Gemeinden. Es wurde nämlich beschlossen, eine eigene Kommission einzusetzen, welche die Frage der Juden- und Heidenmission studieren soll. — Die methodistische Judenmissions-Gesellschast in Nordamerika (s. „Dibre E." 1887 S. 22 f.) hat zwei Fragebogen aüsgegeben, deren Ausfüllung durch die Gemeindevorsteher erbeten wird. Man wünscht so die Zahl und Beschaffenheit der im Arbeitsgebiet der Methodistenkirche lebenden Israeliten festzustellen und zugleich zu erfahren, was bisher zur Verbreitung des Christentums uüter denselben geschehen ist und welchen Beistand die neue Gesellschaft von seiten jeder Gemeinde und ihres Predigers zu erwarten hat. Die Zukunft Israels. In seiner Schrift „Die Zerstreuung des Volles Israel" (l, Heilbronn 1887; 0,80 Mk.) erzählt Wilhelm Presse!, er sei einmal zu einem kranken Israeliten gerufen worden. Der alte Mann hatte in der Fieberhitze seinen Schlafrock in Hunderte von größeren und kleineren Stücken zerrissen, die den Boden der Kammer bedeckten. „Wie sind Sie hereingekommen?" rief der Kranke seinem Besucher zu. Dieser antwortete: „Mn rechtschaffener Israelit spricht: Gelobet seist du, Gott, Herr aller Herren, der du uns geboten hast, zu segnen unfern Eingang und Ansgang in deinem Namen!" Da sagte der Greis: „Man kann es auch kürzer machen. Man darf nur sagen: „Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit! Amen." — So zerrissen und über die ganze Erde zerstreut, fährt nun Presse! fort, liegt Israel selbst vor unfern Augen. Mcht die Hand eines Fieberkranken, sondern die des heiligen und allmächtigen Gottes hat, es zerrissen und zerstreut. Aber es soll nicht wie die Fetzen eines Kleides hinweggeworfen werden in den Kehricht des Hauses, sondern es soll wieder gesammelt und die Teile sollen wieder verwoben werden. Es soll in neuer Herrlichkeit erscheinen vor den Auge« der andern Böller.

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