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Dibre Emeth · 1887-01-01 · 10 (1887) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
43 (1887)
Issue
10 (1887)
Date
1887-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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74 fachste Unterstützung, besonders seitens der kirchlichen Behörde der lutherischen Kirche Polens zuteil wurde. Wie freundlich die Wiederaufnahme der Judenmission in den kirchlichen Kreisen Warschaus begrüßt, und welches Interesse der Mission überhaupt entgegengebracht wurde, ist daraus zu ersehen, daß in das allgemeine Kirchengebet die Fürbitte für die Mission unter Juden und Heiden ausgenommen und dem Missionar Hartmann jun. die Erlaubnis erteilt wurde, in den Kirchen des Konsistorialbezirks zu predigen, sowie daß in Warschau Missionsstunden eingerichtet wurden. Auch erhielten die Missionare die Einladung, als Gäste der lutherischen Synode beizuwohnen und auf derselben für die Mission einzutreten und zu wirken, eine Einladung, der sie mit großer Freude folgeleisteten. Namentlich sei hier in Dankbarkeit des Herrn Generalsuperintendenten und Bischofs Everth gedacht, der in herzlichster und entgegenkommendster Weise das Wirken und die Arbeit der Missionare zu fördern suchte. Aber auch die Geistlichen der Warschauer und vieler anderer Gemeinden unterstützten die Missionsbestrebungen aufs eifrigste und stellten Kirche und Kanzel gern zur Verfügung. Besonders ließ es sich der treue Arbeiter angelegen sein, für die Proselyten und die jungen Juden, die den Unterricht der Missionare besuchten, zu sorgen. Es gehört zu den schwierigsten Aufgaben der letzteren, den Proselyten, die infolge ihres Übertritts zum Christentum meistens nicht bloß von ihrer Familie, sondern auch von ihren Volksgenossen verstoßen werden, Arbeit und Unterhalt zu verschaffen. Ebenso ist eine Zufluchts- und Arbeitsstätte für diejenigen Juden nötig, die dem Evangelium ihr Herz erschlossen haben, aber ohne eine solche schutzlos den Verfolgungen der Ihrigen preisgegeben sind. So hatte denn auch früher ein Missionshaus mit einer Anstalt, in welcher die Zöglinge beschäftigt wurden, in Warschau bestanden, wie ein solches in großartigem Maßstabe in London von der Gesellschaft noch heut unterhalten wird. Eine solche Anstalt hielt Hartmann bei den obwaltenden I Verhältnissen für unbedingt nötig, auch um zu ermöglichen, daß ’ die den Unterricht besuchenden Juden überwacht, nnd ein Mißbrauch der Fürsorge der Missionare möglichst unmöglich gemacht würde. Darum wurden von ihm die vorbereitenden Schritte gethan und ganz im Kleinen mit großen persönlichen Opfern eine Buchbinderei eröffnet, an deren Spitze ein Proselyt stand, auch eine ausführliche Darlegung der Notwendigkeit einer solchen Anstalt ausgearbeitet, um dadurch das Interesse und die Unterstützung , der Gesellschaft in London zu gewinnen. Doch gerade diese seine Bemühungen sollten resultatlos verlaufen. Die Anschauungen im

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