Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 6 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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■ 42 stätigt war, machte er die erste seiner vielen Missionsreisen, die damals noch mit vielen Schwierigkeiten verbunden waren. Am schwersten empsand er zunächst die Feindschaft der Juden gegen alles, was das Evangelium ihnen nahe brachte, besonders das Neue Testament und andere christliche Schriften. Solche erbaten sie oft nur, um sie sofort vor der Thür des Missionars zu zerreißen. Ebenso schwer war es ihm, zu sehen, daß es vielen Juden unmöglich dünkte, ihren Glauben an Jesum Christum als Heiland durch den Übertritt zu bezeugen, weil sie deshalb von den Ihrigen verstoßen und verflucht, aller Existenzmittel für sich und ihre Familien verlustig gingen. Dann aber empfand er es auch besonders hart, daß ihm die Berechtigung fehlte, die ihm wiederholt angebotene Kanzel zu besteigen, und daß er, wenn er dies that, öfters nachträglich deswegen zur Rechenschaft gezogen wurde. Dieselben Erfahrungen machte er auf den Missionsreisen während der nächsten Jahre in Posen und Pommern. Als daher einige befteundete Pastoren 1832 ihm zuredeten, die theologischen Examina zu machen und dann eine Pfarrstelle anzunehmen, lehnte er zwar letzteren Gedanken ganz ab, da er Missionar sei und bleiben wolle, entschloß sich aber, nach Stettin zu gehen und den Bischof Ritschel um Rat zu fragen, ob er das erste theologische Examen machen könne und solle. Dieser riet ihm, den Minister zu bitten, ihn von dem erforderlichen Universitätsstudium zu dispensieren. Diese Bitte wurde von der damaligen Frau Ober-Präsidentin von Schönberg befürwortet und hatte den erwünschten Erfolg, indem er zum Examen zugelassen wurde unter der Bedingung, daß in keiner Weise nachsichtiger über ihn geurteilt werden dürfe als über die andern Examinanden. Trotz dieser Bedingung bestand der Missionar das Examen und bezeugte dadurch, mit welchem Fleiß er seinen Studien obgelegen haben mußte. Die Examinatoren alle sprachen ihm die vollste Befriedigung mit dem Resultat der Prüfung aus. Bedenkt man den Lebensgang Hartmanns, seine Vorbildung in Berlin und London, die nur wenige Jahre dauerte, seine Krankheit und seine Amtsthätigkeit, so möchte es fast unglaublich erscheinen, daß es ihm in der Zeit von Anfang 1822 bis Anfang 1833 möglich war, von dem Pfluge bis zu solchem Ziele zu gelangen. Es ist offenbar, daß er ein in besonderem Maße begabter und von Gott begnadeter Mann war. Dies beweist auch sein weiteres Leben und Wirken. IV. Die Wirksamkeit in der Provinz Posen. Nachdem unser Missionar durch das erste theologische Examen das Recht, auf den Kanzeln der Landeskirche zu predigen, in