Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 43 (1887)
- Issue
- 4 (1887)
- Date
- 1887-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Gmelh ober Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 4. 1887. 43. Jahrgang. Inhalt: Aus dem Leben des Missionspredigers Hartmann. — Der dänische Verein für die Mission unter Israel. — Neue Judenmisstonsblätter. — Empfangsbescheinigung. Aus dem Leben des MWonspredigers Harinmnn. 1. Kindheit und Jugend. Der am 19. November des vergangenen Jahres in dem hohen Alter von 8b1 h Jahren im festen Vertrauen auf die Gnade Gottes verstorbene Missionsprediger Johann Christoph Hartmann, der Begründer der „Dibre Emeth“, war der Sohn eines Halbbauern in Königshain bei Görlitz. Er wurde am 3. Juni 1801 als drittes Kind zur großen Freude seiner Eltern geboren, denn er war der erste Sohn, und wurde nach damaliger Sitte schon Tags darauf getauft. Seine Eltern lebten für ihren Stand in ziemlich guten Verhältnissen, bis der Krieg und auch einige Mißernten kamen, wodurch es ihnen sehr erschwert wurde, ihre auf neun Kinder anwachsende Familie zu ernähren. Die Kriegsjahre waren ihm bis in sein höchstes Alter in lebendigster Erinnerung geblieben, und er erzählte gern, wie die feindlichen Preußen und Russen in das damals sächsische Dorf zu wiederholten Malen eindrangen, und wie es seinem Vater stets gelang, Pferde und Rindvieh rechtzeitig zu retten. Die Schlacht bei Bautzen hatte er von dem Höchstem aus, dem einen Gipfel der nahen Königshainer Berge, sich entwickeln sehen, so daß er die Blitze der Kanonen und das Vorrücken und den Rückzug der einzelnen Heeres-Abteilungen beobachten konnte. Schrecklich war dem Knaben der Anblick der Verwundeten und ihr Jammern, wenn sie auf den schlechten Wegen und Wagen bei ihm vorbeigefahren wurden. Überhaupt hatte er von Jugend auf ein sehr weiches Gemüt, so daß er beim Anblick der Leiden anderer ein tiefes Mitgefühl, wie bei Ausübung von Ungerechtigkeit einen großen Abscheu davor empfand. Dazu kam ein starker Zug zum Pietismus, ja zur Schwärmerei und eine