Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 10 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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79 Die Standhaftigkeit des Befreiten soll sich vor allem darin zeigen, daß er auf die frühere Stufe seines Geisteslebens nicht wieder zurücksinkt. Vielleicht wirst auch du, lieber Freund, in deinem Innern versucherische Stimmen vernehmen, die dich zum Abfall bewegen möchten, oder du wirst von außen her dazu gereizt werden. Da sei denn auf deiner Hut! Weise alle Anfechtungen zurück! Zerreiße die Stricke, mit denen die Feinde dich fesseln wollen! Solche Mwehr wird dir gelingen, wenn du im Geist immer wieder einen Tauftag feierst. Heute wirst du in die göttliche Lebensflut eingetaucht. Der ganze Reichtum der göttlichen Gnade wird dir zugesichert und mitgeteilt. Du wirst in das Gartenland des Himmelreichs eingepflanzt. Versenke dich immer aufs neue in diese heiligen Wasser! Greife immer aufs neue nach diesen Schätzen und Kleinodien! Wurzele dich immer mehr ein in diesen heiligen Boden! Wie das geschieht, wirst du nicht fragen. Du weißt, daß das Gebet und die Schriftforschung die ordentlichen Mittel sind, die uns den Besitz des Taufsegens täglich wieder erneuern und dadurch zum Bestehen in der christlichen Freiheit verhelfen können. Du kennst auch die Bedeutung der gemeinsamen Gottesverehrung und ihres Höhepunktes, der Abendmahlsfeier. So benütze denn treulich, was dir dargeboten wird, und pflege eifrig den Umgang mit dem Gott, der sich auch dir als Vater, Sohn und Geist geoffenbart hat. Sei getreu bis in den Tod, so wird dein Heiland dir die Krone des ewigen Lebens geben. Die Juden in Schlesien. Nach der historischen Statistik der evangelischen Kirche in Schlesien von Anders (Breslau 1867) besitzt diese Provinz seit der ältesten Zeit auch eine jüdische Bevölkerung. Wahrscheinlich kamen die Israeliten im Gefolge der Deutschen hierher in den Jahren 900—1000. Sie bereicherten sich durch den Handel, mußten aber den Herzögen ein Schutzgeld zahlen. Bald wurde in Breslau eine Synagoge erbaut. In der Nähe dieser Stadt befanden sich Landgüter, welche im Anfang des 13. Jahrhunderts zwei Israeliten gehörten. In den Jahren 1295 und 99 wurden den Juden wichtige Vorrechte gewährt, weshalb sie mancherlei Anfeindungen erfuhren. Als sich im Jahre 1394 die Pest von Asien her im Lande verbreitete, gab man ihnen an der Entstehung der Krankheit schuld: sie sollten die Brunnen vergiftet haben. Viele wurden damals ermordet. Ein Gesetz von 1740 verbot den Grundherrschaften die Aufnahme von Juden. Von jeder jüdischen Familie durfte sich nur ein Sohn ansässig machen. Die Heirat war nur dann erlaubt,