Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 10 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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76 geführte Unruhen zu denken, welche durch Claudius im Jahre 49 oder 53 (54) — freilich nur für kurze Zeit —, unterdrückt wurden. (Vgl. auch Dio Cassius 60, 6 und Apostelgesch. 18, 2.) Zweite Reihe. 1. Josephus gedenkt in seinen jüdischen Altertümern (Buch 18 Kap. 5, 2) auch des Vorläufers Jesu, des Täufers Johannes: „Herodes tötete ihn, einen vortrefflichen Mann, welcher die Juden ermahnte, die Tugend zu üben, sich gegenseitig Gerechtigkeit und gegen Gott Frömmigkeit zu beweisen und sich zur Taufe zu vereinigen. . . Er wurde als Gefangener nach Machärus gesandt und hier getötet. 2. In seiner Geschichte des jüdischen Krieges (Buch 6 Kap. 5,4) lesen wir: „Was die Juden am meisten zum Krieg (gegen Rom) erregte, war ein doppelsinniges Orakel, welches ftch in den heiligen Büchern findet, daß nämlich um jene Zeit von ihrem Land aus einer die Herrschaft über die Welt antreten werde." Der entartete Israelit verleugnet die hierin ausgesprochene messianische Hoffnung seines Volkes und bezieht die Weissagung auf Vespasian, der in Judäa zum Kaiser ausgerufen wurde. 3. Dasselbe bezeugt Tacitus in den Historien (Buch 5, 13): „In den meisten (der kriegführenden) Juden wohnte die Überzeugung, daß es in den alten Schriften der Priester stehe, daß in eben dieser Zeit der Orient erstarken und von Judäa Ausgegangene sich der Herrschaft bemächtigen würden. Diese Rätselrede hatte das Auftreten von Vespasian und Titus vorausgesagt." 4. Auch Sueton kennt jene Behauptung: „Im ganzen Orient hatte sich die alte und feststehende Meinung verbreitet, es sei vom Schicksal bestimmt, daß in dieser Zeit von Judäa Ausgegangene sich der Herrschaft bemächtigen würden." Vgl. sein Leben Vespasians (Kap. 4). 5. Auf ein neues Zeitalter wartete auch der Occident. Vergil (70—19 v. Ehr.) besingt die Geburt eines Sohnes des Konsuls Pollio, der zwischen Antonius und Oktavian Frieden gestiftet hatte, als den Anbruch desselben (Eklogen 4, 4 ff.): „Schon ist das letzte Zeitalter des Liedes der Sibylle von Cumä gekommen. Aufs neue wird eine große Reihe von Jahrhunderten geboren. Schon kehrt auch die Jungfrau (Asträa, die Göttin der Gerechtigkeit, die nach dem goldenen Zeitalter die Erde verlassen hatte) zurück; zurück kehrt das Reich des Saturnus (unter dem das goldene Zeitalter war); schon wird ein neues Geschlecht vom hohen Himmel herabgesandt." 6. Bon der späteren skandinavischen Sage sagt Leinburg in seiner Ausgabe von Öhlenschlägers Helge (Teil 3), durch sie gehe