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Dibre Emeth · 1886-01-01 · 8 (1886) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
8 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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So stellt denn das Alte Testament die gleichen Bedingungen zur Erlangung des Heils wie das Neue. Was beide unterscheidet, ist die völligere Offenbarung Gottes in Christo Jesu, die Erfüllung dessen, was im Alten Testament nur geweissagt war. (Israels Missionsberuf zeigt sich auch in seiner Zerstreuung. Das vertriebene Volk muß dazu dienen, den Glauben an den einigen Gott und die Hoffnung auf den Weltheiland weithin zu verkündigen.) — Die zweite Unterabteilung behandelt das Volk Israel außer Christo und der Christenheit. Als der Erlöser erschien, verwarf ihn die große Masse des Volkes, dem sein Leben zunächst gewidmet war. Viele verstanden nicht die Niedrigkeit dieses Lebens, viele stießen sich an seiner Gottessohnschaft oder seiner Gesetzesauslegung, die meisten an seiner heiligen Liebe. — In der dritten Unterabteilung wird das Volk Israel in Christo und in der Christenheit dargestellt. Auf Grund von 5. Mose 30, 1 ff., Hosea 3, 4 f., Matth. 23, 39, Luk. 21, 34, Röm. 11 dürfen wir hoffen, daß Israel noch einmal ein Bestandteil der Christenheit werden wird. Aber schon vorher treten immer wieder einzelne ihr bei und werden nicht selten ein besonderer Segen für sie. Man denke an Neander, Stahl, Philippi, Caspari. Im zweiten Teil wird nun der geschichtliche Verlauf der Beziehungen zwischen Israel und der Christenheit geschildert. — Zuerst behandelt der Verfasser die Zeit bis auf Luther. In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung herrschte im ganzen Friede zwischen beiden Religionen, die gemeinsam viel zu leiden hatten. Die Erhebung des Christentums zur Staatsreligion und der Streit über die Person Christi änderte die Sachlage. Die Juden verbanden sich mit den christlichen Leugnern der Gottheit Christi. Unter Constantin benützten sie den Sklavenhandel, der fast ganz in ihren Händen lag, um besonders Kinder durch die Beschneidung zu Juden zu machen. Der Kaiser verbot dies. Sein Sohn Constantius untersagte auch die Ehe zwischen Juden und Christen und bestimmte, daß Christen, die wieder Juden würden, ihr Vermögen verlieren sollten. Im Jahre 439 befahl Theodosius II., kein Jude und Samariter dürfe zu Ämtern und Würden zugelassen werden. Solche strenge Maßregeln wurden zumteil auch durch den Verkehr der Juden des römischen Reichs mit den unter den feindlichen Persern und Germanen lebenden Stammesgenossen verursacht. Bessern sollte sich das Verhältnis erst, als die Ostgoten und Langobarden in Italien zur Herrschaft kamen. Der König der ersteren, Theodorich, erklärte: „Wir können keine Religion gebieten, weil niemand gezwungen werden kann, etwas gegen seinen Willen zu glauben." Später sprach Papst Gregor zu Gunsten der Juden.

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