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Dibre Emeth · 1886-01-01 · 7 (1886) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
42 (1886)
Issue
7 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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54 der Gefangene mit Hilfe einer Christin befreien. Die Frau warf ihm ein Seil zu, und so ließ er sich im Dunkel der Nacht aus dem Fenster seines Kerkers hinab. Aaron erreichte nunmehr ohne weitere Belästigung die Seestadt Jaffa. Gerade sollte ein österreichischer Lloyddampfer nach Triest abgehen. Wie glücklich mochte der Flüchtling sein, als der freundliche Kapitän ihn unentgeltlich mitnahm! Von Triest begab sich Aaron nach Wien. Hier geriet er infolge seiner geringen Reiseausrüstung in die äußerste Bedrängnis und war schon dem Hungertode nahe. Aber Gott erbarmte sich seiner aufs neue. In Jerusalem hatte er einst einem Händler mit einer ziemlich großen Geldsumme geholfen, als demselben seine ganze Baarschaft abhanden gekommen war. Eben diesem Manne begegnete er in einer der Wiener Straßen und fand an ihm einen treuen Versorger und Beschützer. Der Kaufmann nahm den armen, verlassenen Juden in sein Haus auf und schickte ihn später nach Fürth, wo er die Uhrmacherei erlernte, aber auch das Neue Testament ungestört weiter durchforschen konnte. Nach 2*/a Jahren war Aaron völlig entschlossen, sich taufen zu lassen. Er meinte seine Verwandten, besonders auch seine Frau, die ihm zwei Kinder geboren hatte, von diesem Vorhaben mündlich unterrichten zu sollen und reiste deshalb in die Heimat zurück. Aber die Familie wollte mit ihm nichts mehr zu thun haben; der Großvater verfluchte ihn, und die Frau verlangte die Ehescheidung. Um sich vor den Angriffen der Verwandten und anderer Glaubensgenossen zu schützen, floh Aaron in ein christliches Haus, in die Wohnung des Missionars Di. Friedländer. Der letztere entsandte ihn schleunigst nach Beirut. In dieser syrischen Stadt konnte sich der Vielgeprüfte noch mehrere Monate lang auf den Übertritt zur Kirche Jesu Christi vorbereiten. Er nahm an den Gottesdiensten der dortigen deutschevangelischen Gemeinde eifrig teil und verkehrte mit christlichen Familien, insbesondere dem Missionar Staiger. So wuchs er in der Erkenntnis der Wahrheit, deren Bekenntnis er am 2. Adventssonntag des vorigen Jahres bei seiner Taufe ablegte. Die letztere wurde von dem Leiter der schottischen Judenmission in Beirut, Prediger Mackie, vollzogen. Aaron L. R. hat dabei den Namen Paulus erhalten. Da er sich im Verkehr mit Juden der Mission nützlich macht, wird er vielleicht einmal in den Dienst einer Missionsgesellschaft eintreten. Pfarrer Pein in Beirut schließt seine in den „Neuesten Nachrichten aus dem Morgenlande" (1886, S. 84 ff.) veröffentlichten Mitteilungen über diesen gläubig gewordenen Israeliten mit dem

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