Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 6 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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47 schen Gottesdienst mit einer deutschen Ansprache um der Juden willen, die weder englisch noch deutsch lesen können, die aber hebräisch lesen und deutsch sprechen. Die Zahl der. Versammelten wechselt bei diesen Gottesdiensten zwischen 2 und 14. Es freut mich, sagen zu können, daß ich nie eine Störung oder Widerspruch von ihnen erfahren habe. Sie benehmen sich ehrfurchtsvoll, und wenn ich beginne, nehmen sie das hebräische Gebetbuch und folgen dem Gottesdienst mit mir, besonders beim Lesen der Psalmen, woran sie sich sichtlich sehr erfreuen; und wenn ich zu der Ansprache komme, beugen sie sich alle vor, um kein Wort zu verlieren. Ja, sie sind so aufmerksam, daß ich wünschte, ich könnte den ganzen Tag ununterbrochen zu ihnen sprechen, um ihre Seelen für Christum zu gewinnen. Wenn die Andachtsstunde vorüber ist, bleiben sie oft noch eine Weile, um Fragen über den Messias zu thun. Während ich ihnen antworte, verteile ich Traktate an solche, die sie begehren oder annehmen. Oft bitten sie um ein hebräisches Gebetbuch, um zu Hause darin zu lesen. Ich leihe oder schenke ihnen eines, je nachdem es mir gut und nötig erscheint. Sonnabend, den 19. September (1885), war der jüdische Versöhnungstag. Tausende von. Juden, die die Synagoge das ganze Jahr nicht besuchen, gehen an diesem Tage hinein; sie glauben, daß ihre Anwesenheit dort unter Fasten und Beten ihnen Vergebung ihrer Sünden verschaffen werde. Demzufolge erwartete ich an diesem Tage keinen Juden in dem hebräischen Gottesdienst und war um so mehr erstaunt, nicht weniger als 38 anwesend zu sehen, die an dem großen Tag der Versöhnung das Evangelium von Christo hören wollten. Ich wühlte für diese Gelegenheit die Psalmen 22, 51 und 118. Als Lehrtext las ich das 16. Kap. des 3. Buches Mose und das 27. Kapitel des Evangeliums Matthäi. Nach dem Gebet nahm ich zum Text 3. Buch Mose 17, 11: „Des Leibes Leben ist im Blut, und ich habe es für euch zum Altar gegeben, zur Versöhnung für eure Seelen. Denn das Blut ist die Versöhnung für die sündige Seele." Ich hob hervor, daß alle wider Gott gesündigt haben, daß ein Opfer für unsere Sünden eine Notwendigkeit ist (denn ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung), und daß die Opfer der alten Zeit Vorbilder auf den Messias waren. Ich bezeugte und bewies, daß er gekommen sei und sein Leben für uns am Kreuze geopfert habe. Ich fühlte, daß der Geist Gottes die Herzen einiger der Anwesenden berührte, und daß Gott sein Wort segnete. Ein Jude, der während meiner Ansprache in Thränen yusbrach, fragte mich später, ob es wirklich wahr sei, daß der Messias gekommen und ob seine Sünden vergeben werden würden, wenn er an Jesum glaube. Ich zeigte ihm