Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 6 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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64. Laß uns daher den Tod nicht länger fürchten, sondern willig unserm Könige, dem Messias, Nachfolgen! Denn wie er , die Verwesung nicht gesehen hat, so wird er auch nicht zugeben, daß seine Begnadigten das ewige Verderben sehen. — Wahrlich, laß uns darnach thun! ' X. ■ 65. Was willst du mit dem Zusatz sagen, daß er zur Unterwelt niedergefahren sei? — Dies wurde hinzugefügt, um zu zeigen, daß er nicht nur wie alle Menschen bei der Losreißung ihrer Seele gestorben ist, sondern daß ihn auch des Todes Ängste umfangen haben nach den Worten des Apostels Petrus und seine Seelenleiden zahlreicher waren, als die Haare seines Hauptes. 66. Was war die Ursache hiervon und wie geschah dies? — Da er sich selbst hingab, um der Sünder Versöhnung zu sein, so war sein Herz betrübt und seine Seele jammerte vor Elend, als ob Gott ihn verlassen und sich ihm gegenüber in einen Tyrannen verwandelt hätte. Darum rief er auch in seinen Seelenängsten: „Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen?" 67. War denn Gottes Zorn in der That gegen ihn entbrannt? — Das wohl nicht. Doch brachte er ihn in diese Seelenängste, um den Ausspruch des Propheten Jesaia zu erfüllen: „Er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen." 68. In wiefern war sein Herz beängstigt, als ihn der Herr verlassen hatte, da er doch selbst Gott ist? — Er ist sowohl Mensch als Gott. Insofern er Mensch ist, war sein Herz voll Kummer, und er verbarg gleichsam sein Antlitz vor sich selbst. . Er zeigt eine kurze Zeitlang seine Allmacht nicht, bis er durch die Erduldung des Todes alles vollbracht hat. 69. Warum mußte auf den Messias, den Erlöser der Menschen, eine solche Strafe gelegt werden? — Sie wurde ihm nicht auferlegt, damit er sie immer trage. Denn als ihn die Todesängste umfingen, besiegten sie ihn nicht, sondern er bekriegte sie und bezwang sie durch seine Kraft, so daß die Starken von ihm entkräftet wurden. 70. Hieraus ersehen wir also den Unterschied zwischen den Leiden seiner Seele und den Seelenleiden derjenigen, die von dem brennenden Zorn des Herrn gestraft werden. Denn er duldete nur eine kurze Zeit, diese aber werden niemals von ihren Leiden befreit. Seine Leiden glichen einem Stachel, die ihrigen gleichen einer immerwährenden Todespein in ihren Gebeinen. — Du sprichst die Wahrheit. Denn Jesus, der Messias, bewahrte auch? inmitten der Höllenängste ein unerschüttertes Herz und vertraute