Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 5 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Drei Stationen hat unser Verein zu Bethlehem, Bethschala und Hebron. Alle drei stehen unter der geistlichen Pflege des Pfarrers Schneller zu Bethlehem, eines Sohnes des Waisenhausvaters zu Jerusalem. Mit jugendlichem Feuer hat er eine außerordentliche Thätigkeit entwickelt; selbst in Jerusalem geboren, ist er der arabischen Sprache mächtig und verkehrt leicht mit den Eingeborenen. Die Schule neben dem Missionshause hat er erweitert. Werkstätten für evangelische eingeborene Handwerker und einen Bibelladen hat er angebaut. Lehrer Müller unterstützt ihn, Frau Müller hat einen Frauenarbeitsverein gegründet und hält den Besucherinnen Bibelstunden. Die Schule wird von etwa 100 Kindern besucht. In Bethschala, einem Dorfe von 5000 Einwohnern, haben wir 35 evangelische Familien. Evangelist Bschara Canaan berichtet über den guten Fortgang der Knabenschule; für die ersehnte Mädchenschule fehlen die Mittel; sie fehlen auch zu dem Bau von Betsaal und Schule, wofür das Grundstück schon erworben ist. Die Gemeindeglieder sind sehr heftigen Verfolgungen von Katholiken und Griechen ausgesetzt gewesen, so daß die Männer fliehen und wie zu Davids Zeit in Höhlen der Umgegend Zuflucht suchen mußten. Pfarrer Schneller hat sie dort aufgesucht/ und sie sind dem evangelischen Bekenntnis treu geblieben. In Hebron, der alten Patriarchenstadt mit etwa 20000 Einwohnern, meist Muhammedanern, auch 1000 Juden, ist von uns zum ersten mal eine evangelische Station eröffnet. Seit 700 Jahren wohl zuerst ist von Pfarrer Schneller dort das heilige Abendmahl gefeiert. Der Arzt vr. Salibi und der Lehrer Daher, denen wir ein geeignetes Haus gemietet haben, finden erfreulichen Eingang; zu dem sehr wünschenswerten Ankauf eines Missionshauses fehlen die Mittel. Unter den von uns unterstützten evangelischen Gemeinden nennen wir zuerst Beirut mit Pfarrer Pein, wo die diesjährige Pastoralkonferenz unserer deutschen Pfarrer gehalten wurde. Bei der ausgedehnten Diakonissenanstalt wurde im Hospital eine Drusin mit ihrer Tochter getauft; das Waisenhaus Zoar feierte sein 25jähriges Jubiläum; sechs eingeborene Probeschwestern wurden eingesegnet; auch die Pflege in dem großartigen Johanniterhospital ist von den Schwestern übernommen. In Ägypten zu Alexandrien mit der großen Diakonissenanstalt hat Pfarrer Klingemann eine Schule mit 40 Schülern eröffnet. In Kairo konnte Pfarrer Gräber am Sonntag Estomihi unter Anwesenheit des Pfarrer Disselhoff aus Kaiserswerth das Diakonissenhaus einweihen; unter aller Trübsal, die in den letzten