Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 4 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Derselbe besteht nunmehr seit 43 Jahren. Ein dortiger Verein junger Männer beschäftigt sich mit der jüdischen Geschichte. Sein Name: Athid, bedeutet: Zukunft. Er veranstaltet Vorträge, schreibt Preisarbeiten aus und hat eine Bibliothek ins Leben gerufen. Das Komitee der vr. Moritz Rappaportschen Stiftung veröffentlicht folgende Preisfragen: 1) Welchen Einfluß haben die hebräischen Psalmen ausgeübt auf die Gestaltung der Liturgie, auf die Entwicklung und Fortbildung der Hymnologie in den verschiedenen Kirchen, vorzugsweise unter den modernen Völkern? 2) Über die Leistungen der Juden in Frankreich seit ihrer Gleichstellung auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Litteratur und im bürgerlichen Leben. Die Antworten können deutsch, französisch, italienisch oder englisch gegeben werden. Für die beste Schrift jeder Preisfrage sind 800 Gulden österreichischer Währung ausgesetzt. Die Arbeiten sind bis zum 3t. Dezember 1886 an das Sekretaritat der israelitischen Kultusgemeinde einzusenden. — In Galizien wird eine große Anzahl jüdischer Kinder nicht in den öffentlichen Volksschulen, sondern in den Lehranstalten der eigenen Konfession, den „Chaiders" unterrichtet. Die Polen sehen in denselben ein Hindernis der Polonisierung der Juden und suchen sie zu beseitigen. Im letzten Schuljahr besuchten von 83 202 schulpflichtigen jüdischen Kindern 39 705 die öffentlichen Volksschulen. 17 251 die Chaiders, deren es 1000 giebt. Der Landesschulrat hat nun den Bezirksschulräten die Schließung sämtlicher Chaiders, die sich mit andern als konfessionellen Lehrgegenständen (Bibel und Thalmud) befassen, anbefohlen. Es sind dies aber nur 10 Anstalten. In den öffentlichen Schulen soll der jüdische Religionsunterricht von geeigneten Lehrern erteilt werden. Auch wird den jüdischen Kindern Gelegenheit gegeben, ihre hebräischen Gebete zu erlernen. — Die französische Armee besitzt viele jüdische Offiziere, nämlich 5 Generäle, 5 Obersten, 9 Oberst-Lieutenants, 25 Majore, 90 Hauptleute, 89 Premier- und 104 Seconde-Lieutenants. — In Holland und dessen Kolonieen sind mehr als 100 Juden in Staatsdiensten oder anderen öffentlichen Ämtern angestellt. — In London ist zuni erstenmal der Fall eingetreten, daß ein Jude im Hause der Lords seinen Sitz einnahm. Baron Nathaniel Rothschild wurde zum erblichen Lord im Herrenhause ernannt. — Wieder ist eine jüdische Kolonie in Palästina entstanden. Sie liegt in Arbel bei Liberias. Man beabsichtigt, ein naheliegendes Dorf zu erwerben und sie dadurch zu erweitern. — Ein Herr Schulmann aus Jerusalem, in Safed wohnhaft, hat den Tempelplatz mit dem Tempel in hebräischen Wörtern gezeichnet. Die letzteren bilden zusammen sämtliche 150 Psalmen, die 5 Kapitel der Klagelieder und 15 Kapitel Trost-