Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 2 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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13 vorerst noch nicht, wie sie eine direkte Predigt des Evangeliums damit verbinden könnten, aber der moralische Eindruck dieser Fürsorge war schon ein bedeutender. Die Juden, welchen diese Unterstützung gegen alles Erwarten zu teil wurde, fühlten sich durch diese Hilfe in der Not so mächtig bewegt, daß sie aus bloßer Neugierde zur Kirche kamen, um dem täglichen hebräischen Gottesdienst, welcher für die Katechumenen gehalten wird, beizuwohnen. Sie wollten doch einmal wissen, was eigentlich die Religion sei, von der sie bisher so viel Haß erfahren, und die nun die Judenmissionare veranlaßt hatte, ihnen ^solche Liebe zu erweisen. Der Erfolg war ein höchst schlagender; das Evangelium erwies sich als die Kraft Gottes, und manche Juden bekannten vor den Rabbinern in Jerusalem, daß das, was sie in der Kirche gehört hatten, mit Moses und den Propheten übereinstimme. Diese Wirkung brachte die palästinensischen Juden dahin, daß sie anfingen, alle möglichen Mittel anzuwenden, um die dem Evangelium freundlich gesinnten Emigranten in ihre Heimath zurückzusenden. Bei vielen gelang es ihnen, die Leute so, äußerlich wenigstens, von den Missionaren zu entfernen, andere aber blieben fest bei ihrem Entschluß, im Lande der Gräber ihrer Väter zu bleiben, und von diesen ging der Gedanke aus, daß die Missionare, die sie buchstäblich beim Leben erhalten hatten, nun ihre Güte dahin ausdehnen sollten, daß sie ihnen die Mittel verschafften, in Palästina als Landbauer ihre Familien ernähren zu können. Diesen Wunsch machten die Missionare zuerst in ihrem Blättchen „ Tidings from Zion “ bekannt, und als Missionar Friedländer im Jahre 1883 nach England berufen wurde, befürwortete er dort in vielen Versammlungen die Gründung einer besonderen Gesellschaft, die den Plan der Emigranten ausführen sollte. Auf diese Weise entstand die Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Flüchtlinge (Jewish Refugees’ Aid Society). Die neue Gesellschaft war keine direkte Missionsgesellschaft, nahm sich aber der Emigranten nur an, weil diese in enger Beziehung zu den Missionaren standen, und verständigte sich mit der Londoner Judenmissionsgesellschaft dahin, daß die Missionsarbeit unter den unterstützten Emigranten von den Missionaren der genannten Gesellschaft betrieben werde. In der Hoffnung, mit dem Erweis christlicher Barmherzigkeit zugleich der Mission freie Bahn zu schaffen, wollte die Gesellschaft zur Unterstützung jüdischer Flüchtlinge eine Kolonie und den Emigranten so, dem ausgesprochenen Wunsche gemäß, eine Wohnstätte in Palästina bereiten, wo sie unter christlicher Leitung Äckerbauer werden könnten. Zu diesem Zwecke wurde alsbald Artus käuflich erworben (1 Stunde südlich