Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 42 (1886)
- Issue
- 2 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Gweth oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 2. 188«. 42. Jahrgang. Inhalt: Missionserlebnisse. — Artus. — Jüdische Perikopen 1885/86. — Neue Schriften des Inst. Jud. — Empfangsbescheinigung. Missionserlebnisse. Missionar Dworkowicz erzählt in seinen „Brosamen und ° Erfahrungen aus der Missionsarbeit an Israel in Warschau": Am 27. Februar (1884) kam zu mir ein jüdischer Vater mit seinem jungen Sohne aus Ostrowicc, um ein hebräisches Neues f Testament und verschiedene Missionsschriften zu kaufen, und erzählte : mir dabei unter Thränen, wie sein Haus und alles, was darin b tvar, auch alle seine Missionsschriften, bei einem großen Brande l vernichtet worden seien. Er sei gewohnt gewesen, an jedem Sabbath | in den christlichen Büchern zu lesen und sich daraus zu erbauen. | Daher habe er so lange nach meiner Adresse geforscht, bis er sie! gefunden, und nun wolle er sich neue Schriften kaufen. Ich gab ihm alle gewünschten Schriften zum halben Preis, wofür beide, Vater und Sohn, sehr dankbar waren. Bei dieser Gelegenheit | verkündigte ich ihnen das Evangelium des Friedens von der Gnade; Gottes in Christo Jesu. Vater und Sohn hörten der frohen Bot-; schaft mit andächtigem Herzen zu. Beim Abschied bemerkte der ' alte Vater: „Ich hätte noch vieles mit Ihnen zu sprechen, wenn.; nicht . . . Aber jetzt müssen wir gehen! Auf Wiedersehen!" jj Am 10. April besuchte mich ein greiser Jude aus Konstantinopel? mit seinem 28 jährigen Sohne und richtete an mich die merkwürdige l und erfreuliche Bitte, ich möchte doch seinen ältesten Sohn in den j Heilswahrheiten des Christentums unterrichten und taufen. Auf meine Frage, wie er selbst zum christlichen Glauben stehe, antwortete der alte Vater: „Im Herzen bin ich schon längst ein Christ, aber bis jetzt war ich immer verhindert, meinen christlichen Glauben auch öffentlich zu bekennen; jetzt soll es aber bestimmt geschehen.