Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 11 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2554541-2554892-2554904--08424-2564456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dibre Gmeth oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 11. 1888. 41. Jahrgang. Inhalt: Joseph und Naemi. — Missionar A. H. Stern. — Die jüdischen Perikopen 1885/86. Joseph und Uaemi. Die Verfasserin der „Kinderherberge", der „Heideblumen" und anderer Schriften ist soeben wieder mit einem hübschen Büchlein an die Öffentlichkeit getreten. Der Titel lautet: „Aus den Frühlingstagen des deutschen Vaterlandes. Eine schlesische Geschichte von G. v. R. T." (Verlag von Richard Preyß in Augsburg. Preis: 3 Mark.) Im Blick auf diese Erzählung begrüßen wir die begabte Schriftstellerin als eine Bundesgenossin bei der Verfolgung der Zwecke, denen auch die „Dibre Emeth" dienen sollen. Auf christliche und jüdische Leser können die „Frühlingstage" einen segensreichen Einfluß ausüben. Das Buch mahnt die ersteren zur Liebesübung gegen Israeliten, die letzteren zu sorgfältiger Prüfung der Gründe, um derentwillen wir in Jesu von Nazareth den vom Himmel gekommenen Messias verehren. Josef Raguel, der spanisch-holländische Jude, besucht mit dem Pastorssohn Gottfried Ohnhausen das Maria-Magdalenäum in Breslau. Beide schließen sich in treuer Freundschaft an einander an. Wie Jonathan seinen David vor spottenden Mitschülern schützt, so wird dieser der Lebensretter jenes. „Als ich aus meiner todesähnlichen Betäubung erwachte," erzählt Gottfried seiner Mutter und Schwester, „und sah diese schönen, ernsten Augen so traurig über mir, — da senkte sich ihre Liebeswärme wie belebend in mein Herz. Ich werde es nie vergessen, wie er da bei mir kniete, mein Josef, und hielt meine Hand in der seinen und antwortete meinem ersten fragenden Wort mit einem Strom von Freudenthränen! Ich wünschte, ich könnte ihm auch etwas recht Großes zu liebe thun! Ich wollte, ich könnte mit meinen Worten das himmlische Leben in