Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 8 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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großen und kleinen Propheten, von Jesaia bis Maleachi. O der herrlichen Ströme von Licht und Trost, welche sie schon Jahrtausende hindurch unzähligen darnach verlangenden Seelen gespendet haben, erleuchtet und getrieben vom heiligen Geist. — Endlich ehre und liebe ich Euch, Ihr Söhne und Töchter Israels, um des Einen Mannes willen, welchen die Davidstochter Maria, die reine, demüttge Magd des Herrn, uns und der ganzen Menschheit gebar. Von ihm hat Petrus vor dem Hohenrat zu Jerusalem bezeugt: „Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen sie sollen selig werden." Apostelgeschichte 4, 12. Und neben ihm und von seinem Lichte bestrahlt—alle die unvergleichlich herrlichen Gestalten voll wahrer Frömmigkeit und Gottseligkeit: Johannes der Täufer, Simeon, Hanna, Maria von Bethanien, der Jünger, der an seines Meisters Brust lag, und der herrlichste von allen, Paulus! Sind sie-nicht alle Israels Kinder? Hat nicht Euer Volk sie uns geschenkt und zum Vorbild hingestellt? Und ein solches, von Gott gesegnetes und hochbegnadetes Volk sollte ich nicht von Herzen ehren und lieben? Weil's aber ein alter Sonntags- und Arbeiterfreund ist, welcher diese Zeilen schreibt, so hat er noch einen besonderen Grund seiner herzlichen Liebe und Dankbarkeit gegen Euch und Euer Volk. In dem oben an der Spitze stehenden Worte aus dem neutestamentlichen Briefe an die Hebräer ist er angedeutet. Ich denke an den Sabbath, den Ruhetag, die älteste, ehrwürdigste und heilsamste aller Gottesordnungen, deren Vermittler an die Menschheit nach Gottes Willen Israel sein sollte. Der Sabbath Israels, am Sinai zum Gesetz erhoben, wurzelt in dem heiligen Ruhetage Gottes nach den sechs Arbeitstagen der Schöpfung, welcher nach Johannes 5,17 der erste Arbeitstag der Welterhaltung war. Denn kein dringenderes Bedürfnis hat die aus dem Nichts geborene Kreatur, als Ruhe und Erholung nach angestrengter Arbeit. Der Feierabend, die Nachtruhe, die Sabbathserholung sind göttliche Gnadengaben und Wohlthaten, auf welche alle Menschenkinder ein gleiches Recht haben, wie auf die Luft, die sie einatmen. Der Ruhetag und der Ehestand sind uranfängliche, paradiesische Stiftungen Gottes. Sie sind noch heute die Grund- und Eckpfeiler der Gesittung, der Volkswohlfahrt, des Menschenglücks. Wehe dem, der daran rüttelt! Derselbe versündigt sich an Gott und an der Menschheit und wird dem Urteil des Weltenrichters nicht entfliehen. So gilt denn auch vom Sabbathsgebot das Schlußwort des Predigers Salomo, Kap. 12, 13 u. 14: „Laßt uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gehöret allen Menschen zu. Denn Gott wird alle Werke