Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 7 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Divre Gmech oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begründer: I. C. Hartmann. Herausgeber: W. Becker. Nr. 7. 1885. 41. Jahrgang. Inhalt: Sollen die Juden Christen werden? — Bedeutung des Wortes EvayytXiov (Evangelium). — Empfangsbescheinigung. Sollen die Inden Driften werden? Unter diesem Titel erschien vor 2 Jahren eine Broschüre aus der Feder von Isidor Singer in Wien. Eine Anzahl nichtjüdischer Leser hat die aufgeworfene Frage in Briefen an den Verfasser beantwortet. Dieselben sind dann von Singer zu einem Buch zusammengestellt und veröffentlicht worden. Es begegnen uns hier Urteile von E. du Bois-Reymond in Berlin, von L. Noire in Mainz, von I. Scherr in Zürich u. a. Als der Glanzpunkt der ganzen Sammlung wird von einem weitverbreiteten jüdischen Blatt das Schreiben des früheren französischen Ministers BarthÄemy St. Hilaire bezeichnet. Hier heißt es: „Nein, niemals sollen die Juden Christen werden. Ich würde diesen Übertritt für ein unermeßliches und nicht wieder gut zu machendes Unglück für die Menschheit 'halten. Es giebt kein Volk in der Welt, das ein so sehr in die Augen springendes Beispiel von zäher Ausdauer und unerschütterlicher Glaubenstreue gegeben, das einen so mächtigen religiösen Einfluß auf die Menschheit ausgeübt hätte, wie Israel. Seine Bibel ist bei weitem das größte Buch unter allen heiligen Büchern" u. s. w. Weiter lesen wir: „Die Juden müssen eben unter Beibehaltung ihres Glaubens für alle Zeiten das bleiben, was sie jetzt sind." „Das Verschwinden des jüdischen Glaubens wäre grade heute um so trauriger, als die Gottesidee in sehr vielen Geistern bis zum Verschwinden abgeschwächt ist. Das menschliche Gewissen bedarf des ewig lebendigen Protestes Israels und der unerschütterlichen Stütze, die es dort gegen seine eigenen Schwächen und die Zweifel findet, die das Christentum bedrohen."