Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 6 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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48 gethan. Es fanden im letzten Jahr 33 Taufen statt. Nach Argawis Schätzung stehen 8—900 Proselyten in Verbindung mit den Missionsarbeitern. :_ Die Denkriemen und Schaufäden. Der Gebrauch der Denkriemen (Thephillin) gründet sich auf folgende Schriftstellen: 2. Mose 13, 9 u. 16; 5. Mose 6, 8; Kap. 11, 18. Im Neuen Testament werden sie Mat. 23, 5 erwähnt. Sie bestehen aus ledernen Bändern, an denen je eine aus Pergament verfertigte würfelförmige Kapsel befestigt ist. In jeder dieser Kapseln befinden sich kleine Pergamentrollen mit Abschnitten aus den fünf Büchern Moses. Der eine Riemen wird auf den obern Teil des linken Armes, der andere auf die Stirn gebunden. Die genauere Vorschrift lautet mit Bezug auf jenen: Schlinge ihn siebenmal um den linken Arm und dreimal um den mittelsten Finger! Hinsichtlich des zweiten wird geboten: Binde ihn so um das Haupt, daß er von beiden Seiten um den Hals herunterhängt! — Vom 13. Lebensjahre an legt der fromme Israelit seine Denkriemen — mit Ausnahme der Sabbath- und Festtage — täglich an, bevor er seine Morgengebete liest. Während den Thephillin eine Verkehrung von Gesetzesstellen zu Grunde liegt, sind die Schaufäden vom Gesetz selber gefordert worden. Man vergleiche 4. Mose 15, 37—39 und 5. Mose 22, 12, sowie Mat. 9,20 u. 23, 5. Unter den Schaufäden hat man Troddeln oder Fransen aus hyazinthblauer oder weißer Wolle zu verstehen, welche entweder an den 4 Zipfeln des Qbergewandes getragen werden, oder mit dem Kleidungsstück, an dem sie sich befinden, dem „Arbakanfoß", unter dem Obergewand verborgen bleiben. Wenn der israelitische Knabe 3 Jahre alt ist, macht die Mutter ihm das Arbakanfoß und der Vater befestigt die Fäden daran. Der gesetzestreue Jude zieht bei seiner Gebetsandacht die Fäden hervor, betrachtet sie, um dabei der göttlichen Gebote zu gedenken, und küßt sie, um so seiner Liebe zum Gesetz einen Ausdruck zu geben. Beim Anziehen des Arbakanfoß wird Gott folgendermaßen angerufen: „Gelobet seist du, Herr, unser Gott, König der Welt, der uns durch seine Gebote geheiligt und uns das Gebet wegen der Schaufäden geboten hat." Eine eigenartige Anwendung haben die Schaufäden in dem Gebetsmantel (Talleth) gefunden. Beim Anlegen desselben wird der Schluß des eben angeführten Gebetes in den Preis dessen verwandelt, der „befohlen hat, daß man sich in die Schaufädendecke einhülle". Der Zeitpunkt, von dem an der Jude den Gebetsmantel anlegt, ist nicht überall der gleiche. In einem Teile von Rußland fällt er mit dem Eintritt in den Ehestand zusammen. Breslauer Missionsgottesdienste für Israeliten und Freunde Israels an jedem Sonn- und Festtagnachmittag von 4—5 Uhr im Brüdersaal, Vorwerksstraße 28. Dies Blatt erscheint zweimonatlich in zwei halben Bogen. — Preis des Jahrgangs: 60 Pfennig. — Bestellungen nimmt an der Herausgeber: Pastor Becker in Breslau, Paradiesstraße 24a, II. — In Kommission: Carl Dülfer's Verlag in Breslau. Druck von Carl Dülfer, Breslau, Palmstraße 5.