Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 3 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554892-2554896--08359-2564383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
sondern es will die Religion der gesamten Menschheit werden. Darin liegt 3. für seine Bekenner die Pflicht der Missionierung aller Völker, damit alle Menschen Menschen im idealsten Sinne, d. i. Christen werden. Endlich 4. folgt daraus auch notwendig die Unduldsamkeit des Christentums, freilich nicht jene — hoffentlich veraltete — Unduldsamkeit, welche die Ketzer ins Gefängnis und auf den Scheiterhaufen schleppte. Die christliche Intoleranz wendet sich nur gegen die Jrrtümer und Sünden der Menschen: gegen die Irrenden und Sünder jedoch kann die christliche Liebe nie duldsam genug sein. Was man neuerdings so oft als die rechte Duldsamkeit preist, ist im Grunde genommen nichts weiter als Charakterlosigkeit und Lieblosigkeit. Wer sich im Besitze der Wahrheit weiß und den Bruder liebt, der hat den Trieb in sich, ihn von Sünde und Irrtum hinweg zur Wahrheit und Gerechtigkeit zu führen. (Auch das alte Judentum ist unduldsam gewesen; denn es hat die Götzen verspottet und die Völker Gojim genannt.) Möchten doch die vorstehenden Auseinandersetzungen, die wahrlich nicht aus Feindschaft und Verachtung des Mosaismus und Prophetismus heraus geschrieben sind, sondern im Gegenteil mit unumwundener Anerkennung der großen Gnaden, die Gott vor Zeiten dem auserwählten Volke erwiesen hat, möchten sie doch dazu dienen, den nach Wahrheit und Gnade verlangenden Nachkommen Abrahams die Erkenntnis zu bringen, daß das Christentum die Erfüllung von Gesetz und Verheißung, daß darum Jesus von Nazareth ganz gewiß der Messias ist, den Gott verheißen hatte, und daß sie darum vergebens auf das Kommen eines andern warten! Dann würde Abrahams Same nicht bloß im Sinne von 1. Mose 22, 18, sondern auch im Sinne von Röm. 11, 11. 12 ein Segen für alle Völker werden. G. Sucker. Anzeige. Außer den in Nr. 2 (S. 16) genannten Traktaten besorgt der Herausgeber dieses Blattes gerne auch andere Veröffentlichungen der verschiedenen Judenmissionsgesellschaften, sowie deutsche, hebräische, jüdische, polnische, böhmische und russische Neue Testamente und einzelne Teile derselben. Dies Blatt erscheint zweimonatlich in zwei halben Bogen. — Preis des Jahrgangs: 60 Pfennig. — Bestellungen nimmt an der Herausgeber: Pastor Becker in Breslau, Paradiesstraße 24a, II. — In Kommission: Carl Dülfer's Verlag in Breslau. Druck von Carl Dülfer, Breslau/ Palmstraße 5.