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Dibre Emeth · 1885-01-01 · 2 (1885) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
41 (1885)
Issue
2 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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15 Einflusses. Sie willigte ein in den Abzug aus dem Judenviertel und in die christliche Erziehung ihrer Kinder. Aber die Juden waren nicht geneigt, die Familie sich selbst zu überlassen. Als sie einsahen, daß der Mann gegen ihre Drohungen und Schmeicheleien unempfänglich war, wandten sie sich an die abergläubische Furcht des Weibes. Es gelang ihnen, auseinander zu reißen, was Gott zusammengefügt hatte. Der verlassene Gatte will sich nichtsdestoweniger seiner Frau und Kinder annehmen. Vielleicht öffnet seine Freundlichkeit der Bethörten doch noch die Augen für den Wert seines Glaubens. 3. Vor zwei Jahren erkannte ein Jude zu L. in dem Gekreuzigten den Messias. Im Begriff, den letzten, entscheidenden Schritt zu thun, wurde er durch das Dazwischentreten anderer daran gehindert. Man schickte ihn zuerst nach M., dann, als er dort nicht sicher zu sein schien, nach Rußland. Nun hörte man nichts mehr von ihm,*) bis er plötzlich wieder in L. eintraf und zwar — als Christ. In der russischen Stadt, wo man eine christliche Einwirkung auf ihn nicht für möglich gehalten hatte, war er mit einem lutherischen Prediger in Berührung gekommen. Dieser erfüllte den Herzenswunsch des Juden, als er fand, daß er des hohen Vorrechtes würdig sei, welches die Taufe gewährt. Wie der Kämmerer der Königin Candace (Ap. G. 8, 39) zog der Getaufte fröhlich seine Straße. (Jewish Intelligence, Dez. 1884.) Aus Jerusalem. In der Christuskirche wurden in den Jahren 1876—1884 (Mai) 27 Juden getauft, 12 weitere empfingen von den Missionaren in Jerusalem christlichen Unterricht, traten aber anderswo zur Kirche über. — Die von der Londoner Gesellschaft gegründete Knabenschule wird von einer großen Anzahl jüdischer Tagschüler besucht. Außerdem hat sie 33 jüdische Kostgänger. — Der Zufluß von russischen und rumänischen Flüchtlingen ist immer noch bedeutend und ermöglicht es den Missionaren, das Evangelium reichlich zu verkündigen. An ihren täglichen hebräischen Gottesdiensten nehmen etwa 30 erwachsene Juden teil. — Wegen der anhaltenden Dürre *) Missionar E. in B. hatte einen Israeliten auf den Empfang der heiligen Taufe vorbereitet. An einem Sonntagnachmittag sollte sie an dem Katechumenen vollzogen werden. Allein man erwartete den letzteren vergeblich. Er war auf dem Wege in das Gotteshaus genötigt worden, in eine Droschke zu steigen, die ihn seinen christlichen Freunden entführte. Dieselben haben nie wieder eine Kunde von ihm erhalten.

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