Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 41 (1885)
- Issue
- 1 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Herz geöffnet hast! Siehe, er steht jetzt vor der Thür und klopft an. Und wer ihn schon eingelassen, der halte ihn fest und wehre den bösen Geistern, die ihn wieder verdrängen möchten. Von Dem zu zeugen, der die Wahrheit ist, soll auch fernerhin die vornehmste Aufgabe dieser Blätter sein, deren ferneres Erscheineil gewünscht worden ist. Er soll in ihnen immer zu Worte kommen. Die in Ihm geoffenbarten Heilsratschlüsse Jehovahs sollen hier namentlich dem Volk dargelegt werden, aus welchem er dem Fleische nach hervorgegangen ist. Sodann werden wir kurze Nachrichten von dem Erfolg der evangelischen Predigt unter Israel geben und dabei in erster Linie die Arbeit der Londoner Judenmissionsgesellschaft berücksichtigen. Endlich beabsichtigt der jetzige Herausgeber auch darin den früheren zu folgen, daß er das jüdische Leben in der Gegenwart wie in der Vergangenheit beleuchten wird. Vielen Christen ist die Geschichte, die Literatur und die ganze Eigenart der Israeliten ein unbekanntes Land. Auf dieser Unkenntnis beruht vielfach auch die Gehässigkeit gegen dieselben. Mas haben Christen und Inden mit einander gemein? Eine Beantwortung dieser Frage liefert das „Appenzeller Sonntagsblatt" in der Nummer 32 des Jahrgangs 1884 (S. 252). In einer Synagoge wurde eine Leichenfeier abgehalten. Es war ein begabter junger Mann gestorben. Der evangelische Pfarrer, welcher denselben in der Mathematik unterrichtet hatte, beteiligte sich am dem jüdischen Gottesdienst. Auf die Versicherung, es sei ihm gerne gestattet, ein paar Worte zu sprechen, hielt er folgende kurze Rede: „Wir haben eine große gemeinsame Trauer um den lieben Jüngling, welcher gestorben ist. Wir haben eine noch größere gemeinsame Trauer um Jerusalem, das in Trümmern liegt. Wir haben aber auch eine große gemeinsame Hoffnung: Ihr auf den Messias, der kommen wird — wir auf den, der gekommen ist." Schon nach dem ersten Satz entstand eine Bewegung unter den Zuhörern, und viele Thränen wurden vergossen. Beim zweiten wurde die Bewegung noch heftiger, beim dritten aber erreichte sie den höchsten Grad. Nach dem Gottesdienst wurde der Geistliche von verschiedenen Israeliten in seinem Hause besucht, die sein Zeugnis tief ergriffen hatte. — Israeliten! Seid dessen gewiß, daß es viele Christen giebt, welche ein Herz für euch haben und euer tausendjähriges Weh Mitempfinden! Aber dann laßt euch auch sagen, daß nur Eine