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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 11-12 (1884) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
11-12 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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168 hältnisse. Seit 1814 haben viele von ihnen die höchsten Stellen in den Gerichten und Ministerien und in den gelehrten Fächern eingenommen. In religiöser Beziehung aber sieht es unter ihnen traurig aus. Ihre Synagogen, obwohl in den ansehnlichsten Theilen der Hauptstadt gelegen und prächtig hergerichtet, stehen trotzdem, etwa mit Ausnahme von Neujahr und Bersöhnungstag, säst das ganze Jahr über leer. Immer von Neuem erklären sie dem Missionar, daß sie an Religion nur dächten, wenn sie der Missionar anspricht und eine religiöse Unterhaltung mit ihnen beginnt. Aehnlich wenig ernsteren Fragen geneigt zeigten sich wieder die italienischen Juden. Umgekehrt wächst die Zahl solcher in Rumänien und Siebenbürgen, wie überhaupt in den Gegenden, welche die Juden in ihrer Ruhe ein wenig erschüttert haben. Die Missionare finden es jetzt in Rumänien und Siebenbürgen viel leichter, die Juden in ein tieferes Gespräch zu ziehen. Anderseits ist freilich unter vielen derselben in Folge der üblen Erfahrungen, welche sie in ihrem bürgerlichen Leben gemacht haben, die Bitterkeit und Feindseligkeit gegen das Christcnthum gesteigert worden. An Juden jener Gegenden sind 362 Neue Testamente und 502 Theile desselben verkauft worden und ebenso gegen 4000 andre Schriften. Von Bedeutung bleibt in Bukarest die Missionsschule, in der 180 jüdische Mädchen unterrichtet wurden; zwei derselben sind auf Wunsch ihrer Mutter getauft worden, überhaupt aber sechs Personen, alle, außer einer, in jugendlichem Alter. In Konstantinopel wirkten seit dem Tode des Missionar Neumann während des letzten Jahres nur Missionsgehilfen. Sie waren besonders fleißig in ihrem Dienst. Acht Juden, welche von ihnen Neue Testamente gekauft hatten, verloren für das Lesen derselben ihre Stellung, und zwei wurden sogar in's Gefängniß geworfen. Die bürgerliche Macht, welche die Rabbinen dort noch besitzen, wird von ihnen auf's Aeußerste mißbraucht. Ein Jude, der ein Neues Testament auf der Straße gekauft hatte, wurde dafür von seinen Glaubensgenossen mißhandelt, und nur das Dazwischentreten von Türken rettete ihn; aber sie riefen ihm zu, daß sie ihn tödten würden, wenn sie ihn allein finden würden. Die Taufe konnte diesmal, da ein ordinirter Missionar nicht

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