Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 11-12 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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162 An Schriften sind durch die Londoner Mission außer 7800 Alten und Neuen Testamenten oder ganzen Bibeln unter Juden und Christen über 360000 Exemplare in 14 Sprachen verbreitet worden. Auf englischem Boden arbeiten 29 männliche und weibliche Personen. In der Londoner Missionskapelle sind 19 Juden getauft, und ein Seminar zur Heranbildung von Missionaren ist neu eröffnet worden. Oft erhalten Personen, die bei den Missionaren in London den Unterricht empfangen haben, anderwärts die Taufe; so war es z. B. mit acht von Missionar Bernstein Unterwiesenen der Fall. Die Gesellschaft hat einige ihrer Arbeiter der Parochialmission überlassen. Seit 1881 wirkt in solcher Eigenschaft Rev. I. Bahri in Spitalsfield. Derselbe hat von 1882—1883 selbst elf Juden getauft und vier andere von ihm unterrichtete an ihm bekannte Geistliche zur Taufe überwiesen. Als Missionsarzt hat Dr. Benoly in London Gelegenheit, viel Gutes zu thun, und manches jüdische Herz öffnet sich ihm unter der leiblichen Pflege für sein Zeugniß von Christo. vr. Stern, der erfahrene Arbeiter auf unserm Felde, hebt in seinem Berichte hervor, wie außerordentlich der Unglaube und die Zweifelsucht unter den Juden Englands herrschen, und wie schnell zumeist auch die aus dem europäischen Osten herübergekommenen Juden mit den alten Sitten ihren Glauben verlieren. Nichtsdestoweniger bleibt die alte Feindschaft gegen die Missionare und ihr Zeugniß bestehen, und wer es wagt, mit den Missionaren in Berührung zu treten, wird gewiß alsbald von den übrigen Juden ausgestoßen. Um so wohlthätiger erweist sich die Heimath für Wanderer, in welcher während des verflossenen Jahres mehr als 250 Juden Unterricht erhielten. Die meisten derselben waren aus Polen, Rußland, Ungarn und Rumänien angekommen, eine kleinere Zahl aus der Türkei, Asien und Persien. Der Unterricht wurde den einen deutsch, den andern hebräisch ertheilt. Der größte Theil bleibt nur für rinige Zeit in dieser Herberge, viele aber, die nicht sogleich die Taufe begehren, nehmen doch ein Samenkorn mit, das später aufgeht. Bor einigen Jahren verließ zur Freude Sterns ein junger Mann das Haus, nachdem er zuvor viel Unruhe in