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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 9-10 (1884) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
9-10 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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159 auf die Glaubenserkcnntuiß schädigend einwirken. Die Art der Beurtheilung der christlichen Glaubenslehre in der aus den Völkern erwachsenen Kirche zeigt dies. Die wichtigsten Wahrheiten, welche das Fundament der gesammten Kirche aller Zeiten bisher gebildet haben, werden in der neuen Gemeinde doch als nebensächlich zur Seite gestellt, wenn nur Jesus als der nationale Messias anerkannt wird. Nicht geradeswegs geleugnet wird die Dreieinigkeit und die ewige Gottheit Christi, aber doch als das minder Wichtige angesehen. Das umgekehrte Verhältniß wird festgehalten, daß an Jesus das Jüdisch-Menschliche an die erste und seine ewige Gottessohnschaft und sein Kommen in das Fleisch als der allgemeine Menschensohn an die zweite Stelle gesetzt werden. In der Folgezeit wird es also darauf ankommen, ob das Christliche oder das Jüdische in dieser Bewegung die Herrschaft erlangt. Nur wenn das Christliche das Alles Entscheidende wird, kann auch das Jüdische in derselben sich heilsam entfalten. Für Rabinowitz ist die ganze bisherige Geschichte der Kirche und auch ihre Lehrentwickelung so gut wie nichts; er hat und will mit ihr nichts zu thun haben, sondern glaubt unmittelbar am alten Anfänge einsetzen und Altes und Neues Testament so verbinden zu können, als hätte es nie eine Kirche gegeben, von der etwas zu lernen wäre. Die Arbeit der gesammten Kirche aller Leiten hat für ihn keine Bedeutung und keinen Werth, sondern er ist überzeugt, daß dies alles für die niedere Stufe der Christenheit aus den Völkern gut scinmag, für Judenchristen hingegen wenig taugt. Es spricht sich hier jenes gefährliche Selbstbewußtsein und Stolzgefühl aus, welches den Juden stets zum Verderben geworden ist. Der werthe Mann muß erst noch dessen inne werden, daß cs für ihn gilt, ein demüthiger Schüler zu werden, und daß seine Erkenntniß, Einsicht und Kraft gleich schwache, werdende und unbefestigte sind. Anlehnung an die bisherige Kirche, um durch sie gefördert zu werden, ist der einzige Weg, um ihn vor einer Sekteubildung zu bewahren, die schließlich nur eine Wiederholung der alten Ebionitenkirche wäre, welche elend untergegangen ist. Wir empfehlen ihn und seine Gemeinde desto herzlicher der Fürbitte der Mission, müssen aber auch darauf Hinweisen, daß die innere Erschütterung, welche jetzt überall das Judenthum aufweist, fast noch nirgends auf den Weg einer ernsten Buße führte. Gewisse

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