Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 9-10 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554906-2554912--08289-2564313- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 Dokument 3 bringt kurze Erläuterungen über das eben angeführte Glaubensbekenntniß;- Rabinowitz ist auch deren Verfasser. Derselbe betont, daß er und seine Anhänger zu ihrem Glauben an Jesus nicht durch Christen geführt worden seien, sondern durch das Studium des Alten und Neuen Testamentes. Die im Neuen Testament berichteten Wunder Jesu, sein Tod und seine Auferstehung hätten ihre Aufmerksainkeit erregt. Jetzt erkennten sie, daß ihre Väter in Jesum gestochen hätten, und dadurch alle bisherige Noth über die Juden gekommen sei. Im Weiteren wird vom Glauben gehandelt, und daß ihnen die Pflicht obliege, denselben bekenntnißmäßig darzulegen und ihren Gottesdienst liturgisch zu ordnen, ohne hierbei durch die Rücksicht auf die Hcidenchristen bestimmt zu werden. Letztere seien in ihrem Glauben vielfach irre gegangen. Den Juden hingegen werde aus dem Gesetze Mosis und der Propheten Alles klar. Sie brauchten die Glaubenslehren der christlichen Kirchen nicht, und für sie sei auch nur nöthig zu glauben, daß Jesus der verheißene Nachkomme Davids ist, der Erlöser Israels und der von den Todten Auferstandene, in dessen Namen sic Vergebung der Sünden hätten. Die Heidenchristen verfielen aus Unkenntniß der reinen Gottesidee im Allgemeinen und des Geheimnisses des Messias insbesondere auf sinnliche Vorstellungen, und die Versuche selbst der Größten in der Kirche, den Gebrechen der christlichen Erkenntniß ihrer heidenchristlichen Genossen abzuhelfen, könnten den Juden nichts nützen. Denn die Juden sind Weitsichtige, und jene Brillen für Kurzsichtige eignen sich nicht für sie. Rabinowitz geht dann über zu den ceremoniellen Geboten. Diese sollen für die Juden jüdisch geartet sein. Deshalb möge die Beschneidung fortgeübt werden, weil sie deck Juden als Juden bezeugt; nicht aber, um ihn vor Gott gerecht zu machen. Paulus und Jakobus rechtfertigten diesen Gebrauch der Beschneidung. Die neue Gemeinde soll auch den Sabbathtag der Juden behalten, sei aber von solchen Geboten frei, welche durch den Besitz des Landes Israel bedingt seien. Von Ordnungen des Neuen Testamentes seien Taufe und Abendmahl zu behalten, aber in alttestamentlicher Form zu üben. Das Wesen des einen Gottes begreife allerdings drei Personen in sich, aber die Versuche der Heideuchristen, die Einheit darzu-