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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 5-6 (1884) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
5-6 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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80 2. Faul hier zu sitzen in müßigem Nichtsthun hieße gegenwärtig soviel als: seine volle Zustimmung, zu geben zu dem gänzlichen und ewigen Ruin unserer israelitischen Brüder in Rußland. 3. Zur Besserung des Zustandes läßt sich nicht Hülfe und Beistand erhoffen von unfern Reichen mit ihrem Gelde, nicht von unfern Schriftstellern mit ihrer Einsicht. Denn alle sind auf eigenen Vortheil bedacht, und das Beste Israels ist nicht ihr Endziel, sie tragen nur zur Verschlimmerung bei. 4. Auch ist nicht Zuflucht zu suchen im Verlassen unseres Geburtslandes Rußland zur Wiederbevölkerung des Landes Israel und ebensowenig in der Vermengung mit der eingeborenen nichtjüdischen Bevölkerung Rußlands. 5. Wir haben Hülfe und Beistand uns hier in Rußland zu suchen durch eigene Anstrengung, mit unserem Herzen, mit dem Beistände des HErrn, welcher der Alles vermögende Helfer ist. 6. Der materielle Zustand der Juden läßt sich unmöglich in irgend welcher Weise bessern, wenn nicht zuvor der schlechte und verderbte moralische und geistige Zustand geheilt wird. 7. Um den moralischen Zustand zurechtzubringen, ist von nöthen, daß unser Innerstes erneut, unser Geist belebt wird, daß wir fortwersen unfern Götzen, die Liebe zum Gelde als solchem, und an seiner Statt einführen in unser Herz Liebe der Wahrheit als solcher und Furcht vor dem Bösen als solchem. 8. Um unser Innerstes zu erneuen und unö zur Liebe der Wahrheit und zum Hasse des Bösen zu verhelfen, bedürfen wir nothwendig eines Führers, eines zuverlässigen und bewährten Mannes von festem, ausgeprägten Charakter. 9. Einen solchen Führer haben wir zu suchen unter den Nachkommen Jakobs und einen Mann zu erwählen, dek Jsrael liebt, und der sein Leben hingegeben hat zur Heiligung deS göttlichen Namens und zur Heiligung der Thora und der Propheten, einen Mann, der allen Bewohnern des Erdkreises bekannt ist wegen der Lauterkeit seiner geraden Seele und seiner starken Liebe zu seinem Volke, den Kindern Israel — einen Mann, der gelebt hat in einer Zeit, wo Israel längst das traditionelle Gesetz aus sich genommen hatte und längst unter verschiedenen Völkern auf Erden sich niedergelassen und eingebürgert hatte — einen Mann, der einerseits durchschaute den HerzenShochMuth seiner jüdischen Brüder, in welchem, sie sich rühmte» ihres Adels,

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