Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Tage vor Goft und Menschen 5 und wenn sie sich nicht bekehre zu dem Heiland Jesu Christo, Gottes Gericht über sie kommen werde. Wir blieben drei Tage in Ismala. Es war/auch eine jüdische Hochzeit dort, bei welcher viele Falascha aus fernen Gegenden anwesend waren. Wir predigten Jesum den Gekreuzigten und verbreiteten Bücher. Wir hatten theilS andächtige, theils aber auch verstockte Zuhörer. Nach dreitägigem Marsche kamen wir nun nach Agau und besuchten die Fülaschadörfer Gogesen, Kath, Fara und Korentsch. Weiter konnten wir nicht kommen, weil der Weg und das Gebiet unsicher waren. In Korentsch trafen wir einen alten Debtera Falascha; als er uns sah, fing er an zu fluchen und zu schimpfen: »Ihr Kinder des Satans, Zauberer und Verführer (Glaubensveränderer), ihr Kinder und Anhänger des Europäers Flad; ihr habt die ganze Welt verdorben, seid ihr auch hierhergekommen, uns zu verführen?« Ich schwieg ganz still, hörte diesen Donner an und freute mich in meinem Herzen, Schmach und Verachtung um des HErrn willen zu tragen. Seine Söhne aber hörten andächtig zu. Einer unter ihnen sagte mir, er habe seit langer Zeit in der Bibel geforscht, aber um seiner Eltern willen sei er noch nicht getauft, »damit sie ihm nicht fluchen«. Ich las ihm Ev. Marci 10, 29 vor. Seine Antwort läutete: »Gott wolle mir helfen, daß ich an seinen Sohn glaube und die himmlische Seligkeit erlange!« Wir hatten eine gute Unterhaltung. Auch einige Christen hörten uns zu, und ich gab ihnen Bücher. Von hier gingen wir nach Gongosen, fanden wieder Verwandte und Bekannte von Goschu Merscha und verweilten einige Tage, die sehr gesegnet waren. Auch einige Proselytenfamilien sahen wir, aber ich hatte keine» guten Eindruck von ihnen; es sind ganz weltlich gesinnte Leute. Ich habe ihnen eine Strafpredigt gehalten und sie ernstlich ermahnt. Ob sie sich bekehren, wird die Zukunft zeigen. Nach einer einmonatlichen Wanderung und Thätigkeit sagte ich den Ländern Wondige, Atschäfer und Agau Lebewohl. Die Räuberorte Dengel, Ber, Entmasargia sah ich hinter mir, und mein Herz fühlte Erleichterung. Bald erreichte ich Dagusa und verweilte einige Tage bei den lieben Brüdern Debtera Lena und