Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Diese Worte rührten sein Herz, und Thränen flössen aus seinen Augen. Bei einer Falaschahochzeit in Leg waren sehr viele Juden versammelt; wir gingen. dorthin. Als die Falaschamönche und Debtera uns erblickten, wurden sie zornig. Als wir zu reden anfingen, versammelten sich die Falascha um uns her; die Mönche fingen an, mit uns zu disputiren. Wir erwiesen aus der Schrift, daß Christus Gottes Sohn ist. Die Laien sagten: »Wir sind überzeugt, daß wir auf dem Unrechten Wege sind! Gott der HErr wolle uns bekehren, daß wir an seinen Sohn glauben und sein Angesicht an jenem Tage schauen können!« Wir verbreiteten unter den Falaschas und Christen Bücher und Traktate, welche sie mit Dankbarkeit annahmen. Der Schum des Dorfes nahm uns unfern Esel fort; auf unsre Bitte, ihn uns wiederzugebcn, fragte er uns über unsre Arbeit und Thätigkeit. Er nahm unsre Antwort freundlich ans, und als ich ihm aus dem Herzbüchlein vorlas und Bilder erklärte, rief er mit lauter Stimme: »Wie bin ich verdorben und ein Kind des Satans!« Nach langer Unterredung über den Grund des christlichen Glaubens, über Seligkeit und die erlösten Todten brachte er uns Mittagessen. Dann nahmen wir Abschied und kamen gegen Abend zu dem Proselyten Debtera Sern nach dem Dorfe Jmalie (Wondige). Ich hielt dem Debtera Sern und seinen Brüdern (Proselyten) eine Bibelstunde über das Wort Kolosser 3 und bat sie dringend, daß sie den alten Menschen ausziehen und den neuen anziehcn möchten, der da vcrneuert wird nach dem Ebenbilde Dcß, der ihn geschaffen hat. Am folgenden Tage führte uns der Weg nach Atschäfer. Unter Sturm und Regen kamen wir am Abend nach dem Dorfe Lieben, wo wir nur eine Falaschafamilie fanden. Der Weg »ach Jsmala war so dornig und steinig, daß ich mich immer hinsetzen mußte, um mit meiner Ahle die Dornen aus meinen Füßen zu ziehe». Um 4 Uhr Nachmittags kamen wir nach Jsmala und trafen hier Goschu Mcrscha's Verwandte, alle noch Juden; sie erzeigten uns viele Freundlichkeit, aber gegen das Heil ihrer Seele waren sie ganz gleichgültig und wollten gar nichts hören. Eine Frau fragte uns, ob wir nichts Anderes und Besseres zu thun hätten, daß wir diese weite Reise machte»; sie lachte uns aus. Ich antwortete ihr, daß ich ihrethalben unschuldig sei an jenem