Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 5-6 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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71 Neue Nachrichten ans Abessinien. Missionar Flav hat jüngst Briefe von den eingebornen Missionaren in Abessinien erhalten. D ebtera Bern schreibt: Die politischen Unruhen deS Landes und die wiederkehrende Einquartierung von Soldaten waren im letzten Jahre große Hindernisse für die Arbeiten, besonders für die Missionsreiscn. DaS Land war sehr unsicher. Da die Soldaten ihre Häuser plünderten, wenn sie dieselben verließen, so waren sie gcnöthigt, bei ihren Familien zu bleiben und größere Missionspredigtreisen ganz zu unterlassen. Fast täglich aber kamen viele Falascha und Abessinier auf die Station, und so widmete Bern diesen vorzüglich seine Zeit, las mit ihnen die Bibel und redete mit ihnen über das Gelesene oder beantwortete ihre Fragen und vertheilte Bücher und Traktate an diejenigen, welche darum baten. Doch beklagt er sich sehr darüber, daß sich die Abessinier nicht dazu verstehen wollen, für die Heilige Schrift zu bezahlen, sondern sie dieselbe umsonst haben wollen. Der Vorrath der Missionare an Psalmen ist zu Ende, .von den übrigen Büchern der heiligen Schrift haben sie noch Exemplare. * Sanbatu besuchte verschiedene Falaschadörfer in der Nähe, wo er Gelegenheit fand, mit Falascha-Priestern und Anderen Stellen aus dem Alten Testament zu lesen und mit den Leuten über das Eine, das noth thut, zn reden.. Er zeigte ihnen, daß ohne den lebendigen Glauben an Jesum kein Mensch selig werden kann. Er hatte Gelegenheit, eine ziemliche Anzahl Traktate unter die Falascha zu bringen, mußte aber viel Widerspruch, Haß und Spott von den hartherzigen Falascha-Priestern erdulden, die Alles aufbieten, um die Ihrigen gegen die Missionare feindselig zu stimmen. Trotz dessen haben sich drei Falascha-Familien in einem Dorfe, das Sanbatu öfters besuchte, für Christum entschieden und konnten getauft werden. Geb ra Hei wo t berichtet über eine kurze Missionsreise. In Ermangelung eines Esels, auf den die Bücher und Traktate hätten gepackt werden können, trügest, sein, Gohn und einer seiner Schüler (ein Falascha-Junge) die Missionsbücher und Schriften. Er hatte viele Gelegenheit, den Falascha zu bezeugen, daß sie durch Be-