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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 5-6 (1884) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
5-6 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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66 Jesuit, hatte von dem Oberen des Klosters die besondere Anweisung empfangen; Dein Herz auf Den hinzuweisen, der auch für Dich wie für jeden Menschen der Weg, o>e Wahrheit und das Leben ist. Der Name Jesu blieb Dir also nicht Unbekannt, sein Leben wurde Dir vor Augen gestellt, und die Person des HErrn trat Deinem Herzen immer näher. Die Unterweisung jener Männer rief Dir zu: Laß Jesum Christum auch für dich den Weg werde», der dich zum Wohlgefallen Gottes führen soll! Du ließest Dir .diesAugeu öffnen, daß Du erkanntest, Du seiest ein Sünder; Du ließest Dir aber auch sagen, daß alles, womit die Synagoge dem Menschen den rechtzu Weg. weisen will, ihn nicht zum Wohlgefallen Gottes' gelangen läßt. Du erkanntest aus der heiligen Schrift, welchcnJenev, Vei« katholischer Lehrer, mit Dir las, daß die Wahrheitnichtim- Judenthum sei, und Du hattest doch schon früh ein Verlangen, bie eigentliche Wahrheit zu erfahren. Man zeigte Die/ daß der Tod der Sold und Lohn für die Sünde sei, und daß Du auch unter dem Gerichte derselben stündest. Dü erkanntest, daß Dir das Leben zur Strafe für Deine Schuld genommen werden würde, und Du wolltest doch gern ein Leben finden, das nicht wieder geraubt werden kann. Da wurde Dir in einer Weihnacht besonders gezeigt, daß in jener Nacht einst der geboren sei, welcher auch für Dich Leben und unvergängliches Wesen an das Licht gebracht hat. Immer klarer wurde es Deinem Herzen, daß Du Jesum Christum haben müßtest; immer deutlicher vernahmst Du in Deiner Seele den Ruf: Komm' zu Deinem Heilande! Da machtest Du Dich auf und batest jene Mönche, daß sie auch Dich in den Bund Jesu Christi aufnehmen möchten; Du wolltest ein Jünger Jesu werden, es koste, was es wolle. Du mußtest nun über freilich Vater- und Mutter verlassen, die cs schon lange mit Sorge angesehen hatten, daß Du öfters die christliche Kirche besuchtest und daß Du Meinungen und Ansichten äußertest, welche ihnen ganz fremde waren. Sie schalten Dich, daß Du eine christliche und nicht eine jüdische Seele habest; und es wurde Dir offenbar, daß, wenn Du bei den Deinen bliebest, Du zu der Wahrheit, welche Deinem Herzen doch-bereits aufgegangen war, Dich niemals werdest offen bekennen können.

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