Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1884-01-01 · 3-4 (1884) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
3-4 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2554541-2554906-2554909--08166-2564187
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

36 hcrgcstellten Holzschuppen eine Abtheilung überwiesen, aber hier mit Fron und Kindern zu wohnen, ist eine Aufgabe. Wenn sie mit warmen Kleidern und Betten genügend versehen wären, so ginge cs noch an; aber die bisher empfangenen Gaben und Artikel reiche» bci weitem nicht zu einer hinreichenden Versorgung aller dieser Menschen ans. Der Boden der Zimmer hat keine Dielen, und die armen Kinder müssen ans demselben barfuß einhergehcn. Aber Männer und Frauen haben den Mnth nicht sinken lassen, sondern hoffen auf eine bessere Zukunft. Die Sicherheit des Platzes ist noch nicht sehr groß, nnd die Bewohner wünschen daher Gewehre zu erhalten, um sich gegen etwaige Anfälle selbst vcrtheidigcn zu können. Die vorhandenen Geldmittel sind sehr kärgliche, nnd doch kostet der Unterhalt der Bevölkerung wöchentlich mindestens 400 Mk. Dazu ist für Anderes zu sorgen, für Saatkorn, Saatkartoffcln, Bich und allerlei andere Bedürfnisse. Ucberdem laufen immer neue Bitten uni Aufnahme ein, und die Gesellschaft bedarf also dringend der Unterstützung, uin alle diese Ansprüche irgendwie befriedigen zu können. Das Gerede, daß die Schützlinge der Mission durch äußere Vorthcilc angclockt worden seien, wird jcdesfalls bci Jedem verstummen, welcher einen Blick auf Artnf wirft. Auf alle Bequemlichkeit verzichtet jeder Kolonist hiersclbst nnd erwählt ein hartes Leben. Umsomehr soll man mit diesen Leuten Geduld üben und der weiteren Führung Gottes mit ihnen warten. Sie zur Ruhe, Ordnung. Reinlichkeit und Stetigkeit zu bringen, ist keine leichte Aufgabe, aber dies alles gehört zu ' dem Missionswcrkc, welches hier geschehen muß; und wenn der Missionsgcsichtspunkt festgehalten wird, dann wird man auch de» Mnth und die Geduld nicht verlieren. In Artus wohnt bisher noch kein Missionar oder geistlicher Vorgesetzter ber" Kolonisten, sie haben nur einen Aufseher, der sie in ihre» Arbeiten leitet. Die Jerusalemer Missionare machen in der Kolonie öfters Besuche, können aber nicht über Nacht bleiben, da es kein Zimmer daselbst gibt, in welchem sic verbleiben könnten. Prediger Kelk übernachtete während der wärmeren Jahreszeit einmal in einein Zelte, zog sich dadurch aber eine Krankheit zn, und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.