Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 40 (1884)
- Issue
- 1-2 (1884)
- Date
- 1884-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2554906-2554908--08140-2564160- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11 Fuß nach Artus gekommen seien, während die Missionare hiuübergcrittcn wären; sie würden aber, wenn man die Flüchtlinge auf Rossen hinübergeführt hätte, ein Geschrei erhoben haben, daß man die armen Leute durch alle Arten von Bestechungen anznlocken gewußt hätte. Manche, von denen die Missionare auch gehofft hatte», sie würden nach Artus übersicdcln, haben sich im letzten Augenblicke aus Furcht vor den schändlichen Verleumdungen der übrigen Inden zurückgezogen; und manche andere, die nicht den neuen Ort beziehen, müssen nun auf Kosten der Gesellschaft in ihre frühere Heimath zurückgcbracht werden. Aber cS ist nur ein Borthcil für die Kolonie, daß die unsicheren Elemente oder die für den Ackerbau untauglichen Leute nicht erst dorthin gegangen sind. In Jerusalem selbst sind noch zahlreiche Pfleglinge der Mission verblieben, alle Anstalten derselben sind überfüllt, und dem täglichen hebräischen Gottesdienst wohnen noch immer allein zwischen 20 und 30 erwachsene Juden bei; ebenso muß in der Gesundhcitsstation auch ferner noch der Sonnabend-Nachmittag-Gottesdienst fortgesetzt werden. Die Judenschaft von Jerusalem aber, welche früher die Mission mit Gleichgültigkeit oder Verachtung behandelte, betrachtet dieselbe jetzt mit ganz anderen Blicken, und so mancher Jerusalemer Jude sieht die Kolonie als einen Zufluchtsort a», wo er sich frei zum Evangelium bekennen könnte. Viele von den Flüchtlingen, welche cs den Juden gelang, von der Uebersiedelung nach Artus zurückzuhalten, haben sic dafür auch selbst in ihre Heimath zurückgeschafft. Haß gegen das Christenthnm, welches ihnen sovielc Liebe bewiesen hat, werden die Letzteren aber in ihre alte Heimath nicht zurücknehmen, und manches der anSgcstreutcn Samenkörner mag später noch bei ihnen aufgeheu. Das Werk außer der Kolonie in Jerusalem selbst verdient aber auch die volle Theilnahme der Christen und ihre Unterstützung. Von den Flüchtlingen allein sind hiersclbst 40 Erwachsene und 25 Kinder in der Pflege der Mission zurückgeblieben, und das Vertrauen jener Juden zu den Missionaren darf nicht getäuscht werden. Für alle diese fehlen jedoch die Mittel bisher, und auch für die Instandsetzung der Kolonie hat man bei Weitem noch nicht die erforderliche Summe zusammengebracht. Aber cs mußte ein Anfang mit einer solchen gemacht werden, und die christliche Barmherzig-