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Dibre Emeth · 1884-01-01 · 1-2 (1884) · page 2

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Journal
Dibre Emeth
Volume
40 (1884)
Issue
1-2 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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und vielleicht selbst der Deutschen noch heute, daß die Juden für bestimmte Zwecke ihres Gottesdienstes Christenblnt nöthig hätten. In der That hat kaum etwas ein so grelles Licht ans das innere Verhältniß zwischen den Juden und de» christlichen Völkern der Gegenwart geworfen, als der Prozeß von Tisza-Eszlar und dessen Beurtheilung innerhalb gerade der größten christlichen Völker. Wir haben es hinsichtlich desselben dabei nicht mit dem Urtheilsspruch des Gerichtes und nicht damit, ob keinerlei Verbrechen hicrsclbst stattgcfunden hat, zu thun, sondern nur auf die Thatsachc hinzuweisen, daß auch die moderne Verbindung zwischen den Jude» und Christen die Meinung über die erstcren bei den letzteren nicht wesentlich geändert hat. Trotz aller Aufklärung des Jahrhunderts, und obwohl die Juden zumeist in den gleichen bürgerlichen, politischen, gesellschaftlichen, geistigen und Bildungsverhältnissen mit den Christen leben, ja, zu einem bedeutenden Theile mit ihnen in denselben bereits erzogen und ausgewachsen sind, traut man ihnen unter Hoch und Niedrig, unter Gelehrten nnd Ungelehrten, unter Ungläubigen und Gläubigen doch Dinge zu, wie sie nur das schlimmste Heidcnthnm begeht. Der Spruch des Gerichtes über den Tisza-Eszlarcr Fall hat hier auch nichts gebessert, sondern ganz überwiegend sieht man die Sache selbst mit dem Urtheil des Gerichtshofes durchaus nicht für erledigt an. Und man wird zugcben müssen, daß die Juden selbst cs sich znzuschreiben haben, wenn sich der traurige Verdacht, es liege in Tisza-Eszlar der Fall eines religiösen Mordes vor, in Tausenden und aber Tausenden doppelt festgesetzt hat. Statt der Untersuchung ruhig ihren Lauf zu lassen, welche es dann schon von selbst an das Licht gebracht haben würde, daß, auch wenn ein Verbrechen stattgefunden haben sollte, doch jcdesfalls kein ritueller Mord geschehen ist, haben Juden geradezu aus aller Welt die ungarischen Behörden einzuschüchtern oder dahin zu beeinflussen gesucht, daß um jeden Preis auf völlige Unschuld der Verklagten erkannt werden müsse. Die Judcnschaft fast aller wichtigeren Länder hat sich verbunden und einander die Hand gereicht, um alles aufzubicten, damit das Urtheil »unschuldig« in jedem Falle und von jedem Verbrechen über die Angeklagten ausgesprochen würde.

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