Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 11-12 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 mit so heftiger Leidenschaft auösprach, daß er dabei seiner nicht mehr mächtig blieb, so sagte ich: Ich fühle, daß die Schechina nicht unter uns ist. (Die Schechina ist die Herrlichkeit Gottes. Die Juden haben nämlich unter sich den Ausspruch: Wenn Zweie mit einander vom Gesetz reden, so ist die Schechina unter ihnen.) Was — schrie der leidenschaftliche junge Mensch und schlug dabei erboßt auf den Tisch — ein Goi will die Schechina fühlen?' Ich: Wäre das bei mir nicht der Fall, wie könnte ich so ruhig sein, während Ihr mit Unverstand eifert bei einem verstockten Herzen! Indem der Rabbi mir zu Hilfe kam, gelang es mir, ihn zur Ruhe zu bringen. Als ich nun fortfuhr, mit dem Rabbi zu reden, und dieser mir Manches zugab, schrieen seine Schüler, voll Besorgniß, daß bei ihrem Lehrer ein Eindruck von der Wahrheit entstehen möchte, einmal über das andere: »Rebbe gaits Maarif davnen!« (Geht das Abendgebet halten!) Er aber blieb ungestört mit mir im Gespräche. Als sie nun noch heftiger auf ihn einstürmten und ihn durchaus von mir losreißen wollten, bat ich ihn, mir untcrdeß die Synagoge zu zeigen, damit wir von den unruhigen Störern befreit würden. Er und ein Synagogendiener führten mich nun sogleich hinein in die Schule, und zwar schloß der Letztere sofort hinter uns ab, damit wir ungestört sprechen könnten und das Bolk sich nicht nachdrängte. Die hereinbrechende Abenddämmerung hatte das an sich schon etwas dunkele Bethaus in ein schauerliches Halbdunkel gehüllt, durch welches ein matter Schimmer der immerwährenden Lampe brach. Ich bat, mir die Thora (das Gesetzbuch) zu zeigen. Wir traten unter Fortsetzung uuscrS Gesprächs zum Heikal, d. i. dem Allerheiligsten, die Stufen hinauf. Es wurde geöffnet. Der Rabbi: Also ist nach Ihrer Meinung Jesus von Nazareth doch der rechte Messias? Ich, mit einem heiligen Schauer die Hand auf die Thora legend, was der Rabbi auch that: Gottes heiliges Gesetz ist gegenwärtig und wie ich hoffe, auch seine heilige Schechina i» unfern Herzen. Jesus von Nazareth ist nach dem Gesetz Mosis und der Propheten verheißen, und bestätigt durch eine beinahe zweitausendjährige Erfahrung als Messias, der Sohn Davids, der Weibessame, welcher der Schlange den Kopf zertritt, der Prophet wie Moses, und Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Jehovah unsere Gerechtigkeit, der Engel des Bundes, durch den daö Hans Davids ist wie ein