Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 11-12 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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177 Licht und Schatten in Hamadan Unter dieser treffenden Ueberschrift berichtet die August-Nummer der „Jewish Intelligence“ über die persische Mission: Am 1. Juni des Jahres schrieb Prediger Lotka, dem jetzt Missionar 8. H. Brühl, der Sohn des älteren, als Gehülfe beigegeben worden ist, an die Londoner Kommittee: »Ich fühle mich glücklich, Ihnen mittheilen zu können, daß trotz aller Hindernisse das Werk des HErrn nicht stille gestanden hat, und sich der Geist des Fragens und Forschens unter den Hamadaner Juden nicht hat dämpfen lassen. Während der letzten wenigen Monate fand, Gott sei Dank, keine Verfolgung statt. Die Juden schienen sich von dem letzten Angriff zu erholen und fingen, wenn auch langsam, an, wieder herauszutreten. Letzten Sonnabend und Sonntag durfte ich das Wort Gottes einer größeren Zahl von Inden als in den verflossenen Monaten predigen. Am Sonntage legte ich den 2. Psalm aus, und die Aufmerksamkeit, mit welcher man meinen Worten zuhörte, zeigte zweifellos, daß sie sich von der Botschaft des Evangeliums angesprochen fühlten. Vor und nach dem Gottesdienste hatte ich auch ein kurzes Gespräch mit einem Juden, der zu diesem Zweck gekommen zu sein schien. Niemand sonst sprach, alle aber hörten gespannt die Beweise an, die ich dem Alten Testament entnahm, um zu zeigen, daß Jesus der Messias sei.« Aber der Sonnenschein war nicht von langer Dauer, schon eine Woche darauf — am 8. Juni — schrieb Missionar Lotka: »Mit schwerer Sorge muß ich berichten, daß meine Ihnen zuletzt ausgesprochenen Befürchtungen nur gar zu schnell Wirklichkeit geworden sind. Letzten Sonntag wurde der arme K. K. eingesperrt, gerade als er die Kirche verließ, und ihm gedroht, es würden ihm die Ohren abgeschnitten werden. Dies aber aus keinem anderen Grunde, als daß er „das Verbrechen" begangen hatte, einem christlichen Gottesdienste bcizuwohnen. Sie setzten ihn in's Gefängniß und legten ihn bis Montag in Ketten, dann erst entließen sie ihn, hatten ihm aber zuvor etwa 200 Mk. ausgepreßt, eine für einen Perser sehr große Summe, und ihm das Versprechen abgenommen, daß er mit den Christen nichts weiter zu thun haben wolle. Gestern ließ mich K. K. bitten, doch etwas für ihn zu thun, und das will ich ja gern und will besonders den Fall dem britischen Gesandten berichten. 12