Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 7-8 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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124 wurde er in seinem Herzen. Andere Geistliche und Christen, denen Füller den Fall mittheilte, besuchten den Leidenden, und einer dieser Besucher, ein alter Mann, wurde neben der Wärterin deS Kranken für seine innere Entwickelung von Wichtigkeit. Auf den Rath jenes Mannes las Joseph jetzt einen Monat lang nur das Neue Testament, und indem er dies that, gewann er ein Lichk nach dem andern. Sein Herz wurde nun voll Danks, und er erklärte jetzt öfter gegen Füller, daß er fortan bereit sei, zu sterben oder alles zu leiden, was der Herr ihm aufcrlegen würde. Bald darauf sollte er aber auch den Beweis liefern, daß er es hiermit ernstlich meine; denn die Pocken, welche in dem Hospital herrschten, befielen ihn. Er schwebte in großer Lebensgefahr, aber zeigte keine Furcht, sondern war der völligen Gewißheit, daß, wenn er von hinnen gerufen würde, er bei dem Gott in Gnaden angenommen würde, den er so oft beleidigt hatte, der aber aus großem Erbarmen seinen eingeborenen Sohn dahingegeben hat, daß er für die Sünder sterbe, und der es ihm durch seinen heiligen Geist verliehen hatte, die angebotene Gnade zu ergreifen. Und die Zeit der neuen Krankheit wurde ihm eine Zeit neuen Wachsens in der Erkenntniß des Heils, wie der Freude an demselben. Sein ganzes Benehmen im Hospital war ein vortreffliches. Selten sprach er mit einem der Kranken, die meiste Zeit brachte er mit Lesen, Beten und Nachdenken zu. Oft, so erzählte die Wärterin, sei sie in den Saal getreten und dicht bei ihm vorübergegangen, er aber habe sie nicht bemerkt, da er gerade, wie er sich ausdrückte, in der Bibel verborgene Schätze suchte. Sein Gewissen war so zart geworden, daß er sich oft von Dingen enthielt, die ihm wohl erlaubt waren, bis er seinen Geistlichen hierüber gefragt hatte. Das Lesen in der Schrift führte ihn auf die Bedeutung der Taufe, und er bat dann herzlich um dieselbe. Doch wollte man mit ihm nicht eilen. Der evangelische Bischof der Diözese, welcher auf seiner Visitationsreise nach Montreal kam, wurde gebeten, Joseph zu prüfen, und war über die christliche Erkenntniß desselben erstaunt; doch rieth auch er, mit der Taufe noch erst zu warten. Inzwischen war Joseph völlig gesund geworden und fand bei einem frommen Kürschner Beschäftigung, ja, er wurde als Leiter der übrigen 20 Arbeiter von ihm angestellt und durfte in der