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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 5-6 (1883) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
5-6 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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83 Im Eingänge beklagt cs der Prediger, daß im Augenblicke sich die Judcnmission auch unter sonst sehr willigen und lebendigen Christen nnr sehr geringer Gunst erfreue. Aber die Stunde, da sie mit Freuden ernte, werde kommen. Vornehm bei ihr vorüberzugehen sei auch nicht mehr möglich. Katechismen, wie der von Mehliß, erwähnen sie bereits in gebührender Weise. Unter den Studirenden deutscher Universitäten bilden sich Judenmissions- Vereinc. Die alte. Alles verflüchtigende Auslegung der Schrift, welche nichts von einer Zukunft Israels mehr wissen wollte, stirbt aus, denn sie läßt sich mit aller Gewalt nicht mehr halten. Daß man sich keine Vorstellung von der Bekehrung des Volkes machen kann, gilt für den nichts, der weiß, daß der Glaube mit dem zu thun hat, was den Augen schnurstracks entgegengeht. Auch die Apostel haben sich von Manchem, das der HErr ihnen verkündigte, zunächst keine Vorstellung machen und eö nicht fassen können, z. B. daß der HErr leiden werde, und daß die Heiden in's Reich Gottes eingehen sollten. 1. Betrachten wir dann aber Israel, so sehen wir, daß Gott an ihm den ganzen Uurath der Sünde zum Zwecke der Heilung bis auf die Oberfläche herausgelockt und hervorgetriebcn hat, auf daß an diesem Punkte, d. h. an Israel, die Unnatur des Menschcnherzens sich völlig offenbare. Nirgends anders erscheint die Sünde so gereift, nämlich nicht in der Gestalt der religiösen Gleichgültigkeit, sondern des Hochmuthcs, ja der Feindseligkeit wider Gott; sie ist hier in das innerste Mark des menschlichen Wesens, in sein Geistesleben, gedrungen. Aber in Israel erscheint freilich nur die traurige Folge unserer eigenen Unnatur, und wir leiden billig mit an der Blutschuld unseres ältesten Bruders. Andere Völker hätten nicht minder Jesum verrathen, und die Verwerfung hätte sich nur in ein anderes Kleid gekleidet. Die Griechen hätten z. B. Jesum wie hernach seinen Apostel Paulus in Athen verächtlich stehen lassen und wären ruhig eigene Wege weitergegangen.- Gegenüber dem leichtfertigen Heidenthum bildet das stolze Sichbehaupten des Sünders gegen die höchste Erweisung der Liebe die eigenthümliche Gestalt der Sünde Israels — und dies ist das Pharisäerthum. Aber als Sünde wider den heiligen Geist darf Israels Sünde nicht betrachtet werden, wenn auch Israels Versündigung an 6*

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