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Dibre Emeth · 1883-01-01 · 3-4 (1883) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
39 (1883)
Issue
3-4 (1883)
Date
1883-01-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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63 Der Missionar: »Wo gehst du in die Schule?« Das Kind: »In die christliche.« Miss.: »Was lernst du dort für eine Religion?« Kind: »Allerhand Religionen.« Miss.: »Was sind denn das für allerhand Religionen?« Kind: »Jüdische und Christliche.« Miss.: »Hast du denn auch etwas von Christo behalten?« Kind: »Ja wohl.« Miss.: »Sage mir dann doch einmal die drei Glaubensartikel!« Das Kind sagte sie leidlich. Miss.: »Glaubst du denn, daß Christus wirklich für deine Sünden gestorben ist? Glaubst du, daß du jetzt dem Herrn Jesu angehörst? Sage mir das aufrichtig, liebes Kind!« — Der Kleine schwieg nachdenkend. — Miss.: »Nun, mein Lieber! sage mir nur frei heraus. Wenn du auch jetzt nicht glaubst, so wird dir doch einmal Gott schenken zu glauben; nur lügen mußt du nicht, denn jetzt ist der heilige Gott hier dein Zeuge.« Das Kind mit leiser Stimme und sich schüchtern umsehend: »Ich glaube wohl, aber nicht so recht!« Miss.: «Hast du aber Christum lieb?« Kind: »O ja!« Miss.: »Aber er ward ja gekreuzigt, warum geschah das?« Kind: »Weil er sagte, daß er Gottes Sohn sei.« Miss.: Nun, war er denn das nicht?« Kind: »O ja, er war es.« Miss.: »Nun, mein liebes Kind, du hast schon einen schönen Glauben; bete recht fleißig, damit der fest werde.« Darauf ließ der Missionar den Kleinen das 53. Kapitel Jesaias lesen und fragte, von wem dies handele. Ohne sich zu besinnen, sagte der Kleine: »Von Christus!« Miss.: »Woher weißt du das?« Knabe: »Weil er so verachtet war, und wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt wurde.« — Mit Segenswünschen wurde das Kind entlassen, das dem Bekenntnisse nach dem Himmel so nahe war. In N. kamen ein Christen- und ein Judenkind zusammen zum Missionar. Er ließ sie Matth. 2 lesen und fragte darauf zuerst das Christenkind nach dem Inhalt des Gelesenen. Die Antwort war unverständig genug: »Es steht von Joseph darin und vom lieben Gott!« Darauf wurde dieselbe Frage an das Judenkind gerichtet. Dies gab zur Antwort: »Es steht von der Geburt Jesu darin und von den Männern aus dem Morgenlande, die kommen ihn anzubeten.« Der Missionar: »Warum wollten sie ihn denn anbete»? Kind: »Weil er Gottes Sohn ist.« Miss.: »Hältst du ihn denn auch dafür?« Kind: »Ja!« Miss.: »Hast du ihn denn lieb?« Kind: »Ja.« Miss.: »Warum hast du ihn denn lieb?« Kind: »Weil er allen Menschen Gutes gethan hat.« Miss.: »Hat er denn auch dir Gutes gethan?« Kind: »Ja.« Miss.: »Wodurch denn?« Kind: »Weil er für alle Menschen gestorben ist.« Miss.: »Was that er denn denen Gutes, mit denen er zusammen lebte?« Kind: «Er heilte die Kranken unter ihnen und weckte die Tobten auf.« Miss.: »Nun, wenn er ihnen Gutes gethan hat, warum haben sie ihn denn gekreuzigt?« Kind: »Weil sie nicht

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