Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 3-4 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Judenschaft^ selbst heraus, dies, wenn auch zunächst nur vereinzelt, bekannt wird, ist eine der bedeutsamsten Folgen der heutigen gegen die Juden gerichteten Bewegung. Die Juden werden aber je länger je mehr in eine Bahn gedrängt werden, wo nicht bloß so ruhig auf dem Papiere dieses Entweder-Oder ihnen entgegenkommen wird, sondern wo ihnen dasselbe die ernstesten Erfahrungen ihres Lebens zurufen werden. Da werden dann viele geneigt sein, sich wahrscheinlich in Palästina ein eigenes Haus zu suchen. Aber Ruhe hat noch keinem Volke sein Haus geboten, wenn nicht Friede.von draußen und drinnen herrschte. Das haben die Juden ja genugsam in ihrer vielhundertjährigen Geschichte erfahren. Palästina oder ein anderes Land, das die Juden ihr eigen nennen, würde von denselben Gefahren bedroht sein, wie jedes andere Land durch ihm feindliche Nationen. Denn daß die jüdische Nation in ihrem Lande allein von jeder Feindschaft und jedem Neide der Völker frei bleiben sollte, wird, sie selber mit eingeschlossen, Niemand glauben. Aber die bloße Verschmelzung mit den andern Völkern verspricht auch noch nicht Frieden. Die Bürger vieler Länder sind ja, auch wenn sie demselben Stamme gemeinsam angehören, durch stets wachsenden Hader unter einander zerrissen. Selbst die bloße Zugehörigkeit zu demselben Religionsbekenntnisse hilft da nichts, wo nicht auch eine innerliche, religiöse Ucbereinstimmuug herrscht; das beweist wiederum jeder Blick ins Leben. Die von dem zweitgenannten Schriftsteller empfohlene religiöse Gleichgiltigkeit aber, welche darum auch leicht jede Religion wechseln kann, ist, wie das ebenso die Geschichte lehrt, kein die Geister auf die Dauer verbindendes Band. Freilich, das ist die volle Wahrheit, daß nur Uebereinstimmung in der Religion die Uebereinstimmung im Leben und unter den Völkern schaffen kann. Aber darum gilt cs auch ein wahrhaft festes und für alle Fälle haltbares religiöses Band zu finden. Das ist ans Erden aber bisher nur der lebendige Glaube an den uns vom Vater gegebenen, für uns Mensch gewordenen, gestorbenen und anferstandenen Sohn Gottes, Jesus Christus gewesen. Wer also den Frieden der Welt will und wer das Beste der Juden sucht, der weise und ziehe sie zu Jesu hin. — Er ist der Friede!