Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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25 aus ihrem Berichte. Man erhält dadurch auch am Ehesten den Eindruck, wie diese bekehrten Falaschas ihr Werk treiben, lernt sic selbst kennen und gewinnt desto mehr die Ueberzeugung, daß sic ihrer Aufgabe wohl gewachsen sind. Dreierlei ist diesmal von dem meisten Interesse: ihre Stationsarbeit, eine Missionsreise und eine Verantwortung derselben vor dem Könige. Auf der Station. Seit unfern letzten Briefen wurde die Arbeit unter Gottes Segen fortgesetzt. Die Schule wird von 35 Knaben besucht, die mit geringen Ausnahmen alle Tage regelmäßig kommen. Die sonntägliche Bibelstunde wird von den Prosclyten, einigen Falaschas und Abessinischcn Christen besucht, die Zahl der Besuchenden vermehrt sich. Wir haben stets zahlreiche Besuche aus der Nähe und der Ferne von solchen, die nach Wahrheit forschen oder die heilige Schrift in Amharischer Sprache und Traktate sich erbitten. Nicht selten kommen Falascha- Schriftgelehrte, die uns die Worte Christi Matth. 5, 17, als einen Beweis Vorhalten wollen, daß es Unrecht von den Falaschas sei, wenn sie Christen werden, weil Christus nicht gekommen sei, die Religion des alten Bundes aufzulösen, sondern zu erfüllen. Solchen führen wir zum Gegenbeweise aus dem Alten und Neuen Testament an: 1. Daß die Zeit des neuen Bundes, von welcher Jeremias Kap. 31, 31 redet, begonnen hat mit dem Kommen Christi in die Welt. 2. Daß, seit Christus sich selbst zu einem Opfer für unsere Sünden dargegeben hat (Jesaia 53), alle andern Opfer abgethan sind. Die Hauptsache im Alten Testament war die Versöhnung mit Gott durch verschiedene Opfer, die aber nur Vorbilder waren auf Christus, das Lamm Gottes, welches die Sünden der Welt auf sich nahm. 3. Daß Christus kam, das Gesetz und die Propheten zu erfüllen, weil kein anderes menschliches Wesen im Stande war, dies zu thun. Er hat es in keiner Weise übertreten', Er er-