Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 in neue Kämpfe verwickelt, daß der Judenhaß bitterer und böser denn lange Zeit hindurch geworden ist. Bereits ist es dahin gekommen, daß Christen das Blut von Juden vergossen haben; und dort, wo zahlreiche Juden wohnen, gährt cs unter der übrigen Bevölkerung so gewaltig, daß alle Einsichtigen noch Schlimmeres als,bisher fürchten. Der Judenhaß, der Antisemitismus sind da — und wir bezeugen von denselben, daß sie ebenso wie jene vermeintliche Freundschaft, welche Juden und Christen durch das Band des allgemeinen Menschthums verbinden wollte, aus dem Fleische und nicht aus Gott geboren sind, ja daß sie zum Theil noch wilder und trotziger als jene die Wege des Fleisches verfolgen. Denn was ist doch der Gedanke und Sinn des heutigen Antisemitismus? Dies, daß »die Rasse Alles ist«, daß die verschiedenen Rassen im Grunde nur wie wilde Thiere oder als Todfeinde einander gegenüber stehn, daß sich jede Rasse allein durch die Bekämpfung der andern erhalten kann, und daß so der Krieg bis auf's Messer die einzige Lösung , auch für die Judenfrage ist. Wir wissen wohl, daß erst die entschlossenen Führer der Antisemiten, ein Henrici, ein Dühring, ein Jstoczy, bis zu dieser Meinung und bis zu dieser Gesinnung fortgeschritten sind. Wir wissen, daß viele der heutigen Antisemiten vor einer Vertilgung der jüdischen Rasse noch zurückschrecken; aber wir wissen nicht minder, daß sie alle einem bösen Geiste in sich Raum gegeben haben, und daß, wenn sie nicht das Bündniß mit demselben vollständig lösen, sie von ihm weitergetrieben werden, bis sie nur noch Werkzeuge der vor nichts zurückbebenden Führer sind. Deshalb hat es uns außerordentlich geschmerzt, daß Hofprediger Stöcker mit den Antisemiten auf dem Kongreß in Dresden gemeinsame Sache gemacht hat — wenn auch der Name »de le Roi« unter den bei diesen oder andern ähnlichen Versammlungen dieses Jahres Anwesenden genannt worden ist, so sei hier bemerkt, daß sich der Herausgeber dieses Blattes an solchen nicht betheiligt hat. Fern liegt es uns, Herrn Hvfprediger Stöcker die Gesinnungen der obenerwähnten Antisemiten zuzuschreiben. Sein Sinn und Wille ist es, dem deutschen Volke das Christenthum in Kirche, Staat, Gesellschaft und seinem ganzen Leben zu erhalten. In diesem Stücke sind wie mit ihm eins und geh» in unser» Forderungen