Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 39 (1883)
- Issue
- 1-2 (1883)
- Date
- 1883-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre Cmekh oder Stimmen der Wahrheit an Israeliten und Freunde Israels. Begonnen von I. C. Hartmann, fortgesetzt von B de ke Roi. Nr. 1 u. 2. 1883. 39. Jahrgang! Die UenvesteUnng des Klattes (1 Mk.) mird «nter den hinten angegehene« Adressen erdeten. Gegen die Judenfeinde und Antisemiten. Eine Judenfrage ist weithin unter den christlichen Völkern erwacht, und die Hoffnung, welche viele Christen sowohl als Juden ausgesprochen haben, daß dieselbe bald wieder schlafen gehen werde, erweist sich als eine eitele. Es war auch eine völlige Unmöglichkeit, daß dieselbe so schnell verschwand; denn nicht menschliche Willkiihr oder nur eine sogenannte vorübergehende Zeitströmung hat die Frage aufleben lassen, sondern der heilige und barmherzige Gott, welcher sie den Christen eben so gut wie den Juden gestellt hat und nun Antwort verlangt. Damit treten wir denn auch von vorn herein in Widerspruch mit allen denen, welche das Erwachen der Frage etwa einem Einfalle des Hofprediger Stöcker in Berlin zuschreiben. Daß eine solche Meinung höchst kurzsichtig ist, bekennen gegenwärtig selbst viele Juden; und es gehört in der That nicht einmal tiefere Erkenntniß des Gotteswortes dazu, um Augen dafür zu erhalten, daß ein sich stetig erweiternder Zwiespalt zwischen den Juden und ihrer Umgebung weithin vorhanden ist. Diesen Zwiespalt haben, wie die Geschichte zeigt, alle Völker, unter denen die Juden nach ihrer Zerstreuung Wohnung machten, gefühlt: Heiden und Muhammedaner so gut als Christen, Römische, Griechische so gut als Protestanten. Was hilft es, dies ableugnen? Alle Jahrhunderte reden hiervon, und das Zeugniß der Geschichte ist nicht hinwegzuschaffen.